Minsker Streicher verzaubern in Baesweiler

Von: Christoph Hahn
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Ausdrucksstark intoniert: Die
Ausdrucksstark intoniert: Die Musiker aus Minsk haben ihr Baesweiler Publikum einmal mehr beeindruckt. Foto: Christoph Hahn

Baesweiler. Im Lied gibt es den Refrain - und bei den Kryptakonzerten in der Pfarrkirche St. Petrus im Herzen der Stadt Baesweiler das Minsker Streichquartett.

So nimmt es denn kaum Wunder, dass die Gäste aus der weißrussischen Hauptstadt die Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Reihe bestritten. Mit von der Partie war übrigens nicht nur der Organisator, Kantor Franz Paffen, sondern auch der Mitbegründer, der inzwischen pensionierte einstige Ortspfarrer Bernhard Stommel, der für das Konzert von seinem heutigen Wohnsitz in Aachen-Burtscheid an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt war.

Juri Hermann, als Primgeiger Chef des Ensembles, sowie seine Künstlerkollegen Alexej Ulasenka (Violine), Wladimir Himoroda (Bratsche) und Denis Skliarow (Cello) hatten für ihre zahlreichen Zuhörer - Kantor Paffen und seine Helfer mussten immer wieder nachbestuhlen - ein kostbares Programm von rund anderthalb pausenlosen Stunden zusammengestellt, in dem es an kammermusikalischen Kostbarkeiten nicht mangelte.

Wenngleich ein Weihnachtslied das Konzert eröffnete und ein weiteres es beschloss, so fehlte hier jedwede im Advent oft anzutreffende Süsslichkeit. Der Auftakt wirkte vielmehr feinherb: Beethovens Streichquartett in A-Dur gaben die vier Interpreten die ganze Wucht und Schrundigkeit mit, die der Komponist in den Notentext eingeschrieben hat. Besonders Cellist Skliarow fand im vorletzten Satz, einem langsamen Andante cantabile, zu einem sehr ausdrucksstarken und kraftvollen Spiel - schon rein physisch war es ein das Publikum berührendes Erlebnis.

Gedichte von Fontane

Der Hauptteil der gespielten Werke jedoch wies auf die slawische Herkunft der Virtuosen hin. Mit dem a-Moll-Quartett des Russen Sergej Prokowjew (1891-1953) beschritten Juri Hermann und seine Mitstreiter mutig die Bruchkante von Romantik und Moderne. Offener und zugänglicher klang da schon das d-Moll-Quartett von Stanislaw Moniuszko (1819-1872), der als ethnischer Pole zu Zeiten des Zarenreiches als Organist in der heutigen litauische Hauptstadt Wilna amtierte. Mit herzlichem Beifall dankten die Zuhörer darum den in Baesweiler gerne gesehenen Gästen für ihre reife Leistung.

Kirchenmusiker Franz Paffen hat bei dieser Gelegenheit übrigens bewiesen, dass er sich nicht nur aufs Orgelspiel und das Dirigieren von Chören versteht. Mit Gedichten unter anderem aus der Feder von Theodor Fontane sorgte er für die rechte jahreszeitliche Stimmung - auch das sehr zur Freude des Publikums.
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