Mimi Verderame lebt für Jazzmusik: Auftritt im Energeticon

Von: Madeleine Gullert
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Alsdorf. Nein, von Alsdorf habe er noch nie etwas gehört, sagt Mimi Verderame. Bald wird er die Stadt aber kennenlernen. Der Jazz-Musiker tritt mit seinem Mimi Verderame Quartett am Samstag auf – wenn er denn den Weg findet. Denn, das sagt Verderame am Telefon, er habe die Unterlagen verschusselt. Wo denn noch einmal das Energeticon sei.

Zumindest von dem Saal habe er nur Gutes gehört, sagt der belgische Schlagzeuger. „Ein befreundeter Bassist hat mir erzählt, dass die Akustik toll ist und man sehr freundlich empfangen wird“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass der Saal nicht so groß sei, mache ihm gar nichts. „Ich kann in jeder Umgebung spielen – also außer vielleicht unter Wasser“, sagt der 55-Jährige scherzhaft.

Auch wenn Verderame hierzulande keine Größe ist, in Belgien ist er eine zentrale Figur der Jazzszene. Der Schlagzeuger tritt mit diversen Gruppen auf. Gerade ist er in Finnland auf Tour. In Alsdorf tritt er mit seinem aktuellen Projekt „Flying Zone“ auf und mit den Musikern Nicola Andrioli (Piano), Dario Deidda (Bass) und Al Marconi (Gitarre). „Das sind tolle Musiker und gute Freunde“, sagt Verderame. Jeder bringe seine Persönlichkeit in die Arbeit ein. Das Ergebnis sei super. Kritiker schreiben von „druckvollem Groove, ausgewogenem, transparentem Sound, filigraner Spieltechnik und souveräner Beherrschung moderner Melodik“. Verderame selbst spricht auch von schönen Melodien, Harmonien und Rhythmen. „Wir spielen modernen Jazz, Bebop, aber auch einige Klassiker.“

Eine Musikerfamilie

Jazz, das ist Verderames Passion seit seinem 16. Lebensjahr. Damals lernte er einen Saxofonisten kennen, der ihm sagte, welche Musiker er hören solle. „Ich dachte, ich spiele Jazz – aber das tat ich nicht“, sagt der Musiker lachend, wenn er auf seine Anfänge zurückblickt.

Dass er einmal Musiker werden würde, war nicht besonders verwunderlich. Schließlich stammt er aus einer italienischen Musikerfamilie. „Alle spielen Gitarre oder Klavier in meiner Familie.“ Verderame fing mit sechs Jahren an, Schlagzeug zu spielen. Das könne er nun mal am besten – auch wenn er natürlich auch Gitarre spielen kann. Mit 14 begann er ein Musikstudium in Lüttich und arbeitete nebenher als Studiomusiker.

Wo er die Stellung seiner Musikrichtung, des Jazz, heute sieht? Es gebe ein Publikum, besonders in Belgien, sagt Verderame. Und einen tollen Nachwuchs. Er stöbere gern im Internet und suche nach neuen Künstlern, erzählt der Schlagzeuger und gerät ins Schwärmen. Jazz ist sein Leben.

Und dann fällt ihm doch noch etwas zu Alsdorf ein. „Das ist doch bei Aachen?“ Richtig. Die Chancen stehen also ganz gut, dass Verderame am Samstag tatsächlich auf der Bühne im Fördermaschinenhaus stehen wird.

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