Nordkreis - Milder Winter: Einzelhandel klagt über volle Regale

Milder Winter: Einzelhandel klagt über volle Regale

Von: Verena Müller
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Die Folgen der milden Temperaturen: Die Winterwaren in Läden bleiben unangetastet. Foto: Verena Müller
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Die Folgen der milden Temperaturen: Die Gründüngung auf den Feldern wächst kräftig. Foto: Verena Müller

Nordkreis. Wie Blei hängen gefütterte Winterjacken auf den Kleiderbügeln. Die Ständer sind voll und vorne im Eingangsbereich warten in einem Gitterkorb bereits reduzierte Wollmützen auf frierende Ohren. „Die ersten Händler fangen schon an, nervös zu werden“, sagt Frank Rauscheid, Inhaber des Sportbekleidungsgeschäfts Sportsfreund in Alsdorf.

Sein Sortiment sei zwar „nicht so wintersportlastig“, wie er sagt, „aber im Runningbereich bleiben Handschuhe und Mützen liegen, warme Unterziehsachen fürs Fußballtraining und Regenbekleidung“. Und Rauscheid weiß: „Wenn die Reduzierungsspirale einmal eingesetzt hat, ist sie so leicht nicht mehr zu stoppen.“ Das Argument, irgendwann komme der Winter noch, ziehe für die Branche also nicht.

Die positiven Seiten

Aber nicht überall bereiten die für Mitte Dezember viel zu milden Temperaturen Sorgen. Die Baubranche kann sich über frostfreie Böden freuen, der Dachdecker kann sicher und schnell alle Aufträge abarbeiten: „Wir hatten erst einen Tag, an dem wir wegen Raureif warten mussten, bis wir aufs Dach steigen konnten“, sagt Obermeister Dietmar Steinmetz. „Die Auftragsbücher sind voll, und wir kommen von morgens bis abends im Moment gut voran.“

Und die Mitarbeiter des Eigenbetriebs Technische Dienste Alsdorf „machen je nach Witterung entweder acht Stunden Winterdienst oder acht Stunden Grünschnitt“, so Leiter Stephan Maaßen. Die vier Streusalz-Silos (zweimal 50, zweimal 100 Kubikmeter) sind bislang unangetastet, der neue Winterdienst-Lkw und die Winterbereitschaft stehen trotzdem seit November.

Alles steht bereit

„Man kann die Kollegen ja schlecht bei einem plötzlichen Kälteeinbruch um halb fünf morgens der Reihe nach anrufen“, so Maaßen. Und sobald der Wetterdienst die Info rausgibt, es könnte glatt sein, finden Kontrollfahrten statt.

Und was sagen die Landwirte? „Die biologische Uhr der Pflanzen wird von der Tageslänge und nicht von der Temperatur gesteuert“, sagt Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer NRW. Ein Blick auf die Bäume zeige eindeutig, dass das auch in diesem Jahr wieder geklappt habe, ergänzt er mit einem Augenzwinkern: „Sie haben die Blätter abgeworfen.“

Wintergetreide und Gründüngung wachsen gut, „für die Blüte brauchen Winterweizen, Wintergerste und neuerdings auch Hafer nur einen Kälteimpuls“, erklärt Rüb. Und den hat es im November kurz gegeben. „Außerdem ist es bislang noch nicht vorgekommen, dass die Ernte wegen eines milden Winters ausfällt.“

Für Rübenbauern haben die frostfreien Nächte sogar einen Vorteil: Sie müssen die noch auf den Abtransport wartenden Zuckerrüben nicht abdecken. Denn bei Minusgraden sinkt der Zuckergehalt und sie werden schnell matschig.

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