Milchpiraten machen täglich fette Beute

Von: Stefan Schaum
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Wer an unsere Milch will, bekommt Ärger! Da kennen die grimmigen Piraten Christian, Eric, Celine und Maxima gar keinen Spaß. Denn Milch hält auch Seeräuber fit. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Gold, Geschmeide, Edelsteine? Pah! Nach solch gewöhnlichen Kostbarkeiten sollen getrost andere Piraten suchen. So richtig scharf sind die Freibeuter unter der Flagge von „Käpt´n Lochkäse” nur auf einen Schatz: auf Milch und alles, was man daraus machen kann.

Auf Joghurt, Quark & Co. Wertvolles Calcium - das ist doch mal eine richtig fette Beute! Die machen die Kleinen in der Alsdorfer Kita in Blumenrath derzeit täglich. Bei einem ungewöhnlichen Projekt rund um die gesunde Ernährung.

Ohne Furcht

Silke Steinbusch ist seit einer Woche zu Gast in dem Kindergarten. Die Ernährungsberaterin macht dort Kinder zu Milchpiraten. Denn so macht das Thema gesunde Ernährung auch den Vorschulkindern Spaß.

Mit Kopftuch, Augenklappe und aufgeschminkten Narben machen sich die Kinder über Dinge her, die sie vorher nicht gekostet hätten.

„Milch fand´ ich vorher eklig”, sagt die sechsjährige Celine. Jetzt nicht mehr. Sie hat sie gekostet - schließlich kennen Piraten keine Furcht - und ist auf den Geschmack gekommen. Auch anderen Kindern geht das so. Richtige Milchfans sind sie jetzt.

Viel gelernt haben sie obendrein. Etwa, wo die Milch herkommt. Nämlich aus dem Euter der Kuh. Sie ist ja schließlich nicht „der Pipi von der Kuh”, wie eines der Kinder vermutet hatte.

Auch wissen sie, das Käse und Quark, Joghurt und Kakao Dinge sind, die man aus der Milch machen kann. Und warum sie so gesund sind: weil viel Calcium drin ist. „Das ist gut für die Zähne und die Knochen”, sagt der fünfjährige Freibeuter Umutcan.

An das Thema haben sich die Kinder spielerisch herangetastet. So haben sie mit verbundenen Augen Dinge erkostet. Eine wichtige Erfahrung und ein intensives Geschmackserlebnis.

Und ein guter Trick. „Kinder sind oft auf bestimmte Verpackungen fixiert. Die trinken Milch nur dann, wenn sie aus einer bestimmten Flasche oder Tüte kommt”, weiß die 32-jährige Ernährungsberaterin. Doch fallen die Augen aus, spielt das Etikett keine Rolle mehr, verlassen sich die Kinder allein auf den Geschmack.

Bewegung war ebenfalls ein Schwerpunkt während der einwöchigen Piratentour. Wild sind die Kinder über die Planken getorkelt, ausgelassen haben sie die Piraten gespielt, die den Stürmen trotzen, oder haben die Kletterwände im Kita-Turnraum geentert. „An Bewegung mangelt es leider immer häufiger”, sagt Silke Steinbusch. Häufige Folge: Übergewicht. Und dicke Piraten haben es schwer auf dem Meer.

Schon deshalb werden die Kinder ihre Milchshakes nicht süßen, die sie heute in der „Piratenkombüse” in der Kita anbieten werden. Nur Bananen, Erdbeeren und Vollmilch kommen hinein. Die richtige Dosierung ist bei Milch ohnehin wichtig.

Steinbusch: „Zwei Milchprodukte pro Tag sind optimal. Ganz wichtig ist, dass Eltern ihren Kindern das vorleben und auch selbst mal zum Glas Milch greifen.” Dann muss man nämlich kein Pirat sein, um die Milch als Schatz zu sehen...
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