Alsdorf - Migranten einbinden: Von Wohnungspaten bis zu Schülerprojekten

Migranten einbinden: Von Wohnungspaten bis zu Schülerprojekten

Von: vm
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Leiteten die Zukunftskonferenz im Freiwilligenzentrum Alsdorf: Dr. Wolfgang Joußen (r.), Ralf Bruders und Yvonne Hildebrandt. Foto: vm

Alsdorf. Wohin geht die Reise in Alsdorf-Mitte? Darüber haben sich verschiedene Sozialvereine unter dem Dach von ABBBA (Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote) im Freiwilligenzentrum Alsdorf ausgetauscht. Ziel ist es, der Armut im Zentrum entgegenzuwirken, Migranten besser einzubinden und das Miteinander zu fördern.

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres hatte die erste Sozialraumkonferenz unter der Moderation von Dr. Wolfgang Joußen, Büro für sozialwissenschaftliche Analysen und Planungen, stattgefunden, vor der zweiten in diesem Sommer sollte nun eine Art Zwischenbilanz gezogen werden.

Vier Ideen wurden dabei vorgestellt und schon mal näher eingekreist: Wohnungspaten für Flüchtlinge, Einbindung junger Migranten etwa in den Tag der Integration, interkulturelles Schüler-Tandem und ein Selbstlernzentrum. Belastbares kann man noch nicht sagen, schließlich ist die Finanzierung nicht gesichert.

Vertreten waren die Caritas (federführend für das Freiwilligenzentrum zuständig), der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF), das Diakonische Werk, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Verein Lilium – Aachener-Frauen-Dialog-Forum, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Vertreter der Stadtverwaltung aus den Bereichen Jugend und Soziales.

Nicht ganz von ungefähr kam die Idee, Wohnungspaten zu etablieren, vom SKF. Schließlich betreut dieser eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und ist mit der Problematik, günstigen Wohnraum in Alsdorf zu finden, vertraut. „Kleine Wohnungen zu finden ist in Alsdorf fast unmöglich“, sagte Sabine Hermanns, die das sogenannte Clearinghaus leitet. SKF-Geschäftsführer Dieter Forth ergänzte: „Es gibt zwar Vermieter, die grundsätzlich bereit wären, aber die hätten lieber einen Ansprechpartner, an den sie sich wenden können.“

Etwa, wenn es mal zu Unstimmigkeiten mit den Migranten kommt. Dann käme der Wohnungspate ins Spiel. Aber nicht erst an dem Punkt, sondern schon bei der Wohnungssuche. Wie liest man so eine Wohnungsannonce? Was sind Nebenkosten, was Betriebskosten oder ein Quadratmeterpreis? Mit diesen Dingen sollte sich der Pate auskennen. Ein erweitertes polizeiliches Führungszentrum würde gebraucht und vor allem müssten die Paten „genügend tolerant sein“, sagte Lisa Trümper-Loogen, Vermittlerin des SKF für Flüchtlingspatenschaften.

Ihre Erfahrung sei, dass manche mit der Einstellung kämen: „Wir zeigen denen jetzt mal, wie wir das hier machen.“ Und das wäre fehl am Platz. Nach dem guten Zulauf durch Ehrenamtler – vor allem mit Blick auf die Erstaufnahmeeinrichtung – stagniere nun die Hilfsbereitschaft, so Trümper-Loogen weiter. „Die erste Runde aus dem Heidweg ist im Stand-by-Modus, hat sich vielleicht abgearbeitet.“ Nach der Krise habe die Integrationsphase eingesetzt. Aktuell zählt sie 15 Flüchtlingspaten.

Andrea Kriescher (KAB) hat bei den jungen Männern, die ihren Teil- und Tauschring in der Luisenpassage besuchen, eine Bereitschaft festgestellt, sich gesellschaftlich einzubringen. Bei einer Gruppe von zehn erwägt sie deshalb eine aktive Einbindung in den Integrationstag. Vielleicht mit einem Stand. Mit den Flüchtlingen Stärken auszuloten, auch Richtung Jobperspektive, darauf käme es ihr an.

Yvonne Hildebrandt vom Freiwilligenzentrum schwebt ein interkulturelles Schüler-Tandem vor. Projekte, an denen Jugendliche ab der 8. Klasse (und nicht zwingend mit Migrationshintergrund) für drei Monate teilnehmen und in Kooperation mit den Schulen in den Bereichen Soziales, Ökologie, Kultur oder Sport etwas erarbeiten. Idealerweise sollen die Jugendlichen selbst Projektideen entwickeln, aber für die Anfangsphase hält es Hildebrandt für realistischer, wenn Ideen vorgegeben werden.

Ralf Bruders, Referatsleiter für Ehrenamt, Familie und Migration bei der Caritas, schlug als viertes ein Selbstlernzentrum für Frauen vor. Insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund und mit „geringer formaler Bildung“ – aber nicht ausschließlich. Sprache, berufliche Orientierung, Alltagskompetenzen – etwa im Umgang mit Computer und Internet – sollen das Ziel sein.

All das könnte unter dem Dach von Abbba in der Luisenpassage stattfinden.

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