Michelin-Stern krönt Kurt Podobniks kreatives Werk am Herd

Von: Holger Bubel
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Die größte Kritikerin an seiner Seite: Kurt Podobnik und seine Frau Monika. Foto: Holger Bubel

Würselen. Dass einer der erfolgreichsten Köche Deutschlands ausgerechnet in Würselen seine Zelte - vielmehr sein Restaurant - aufgebaut hat, verwundert schon. Nicht München, Frankfurt, Hamburg, nein, in der Düvelstadt kocht ein frisch gekürter Sternekoch.

Nicht einmal drei Jahre betreibt Kurt Podobnik das Restaurant „Alte Feuerwache Podobniks Gourmet Restaurant” an der Oppener Straße.

„Kochen ist mein Leben”, sagt der Spezialist für „deutsche regionale Küche”, der in seiner 35-jährigen Karriere schon viele Auszeichnungen erhielt. „Dass das mit dem Stern noch mal was wird, habe ich schon fast nicht mehr geglaubt”, gesteht er. Um so größer war die Freude, als er informiert wurde, dass in Karlsruhe der begehrte „Michelin-Stern”, die höchste Auszeichnung, die ein Koch erfahren darf, an ihn und sein Restaurant verliehen wurde.

Dankeschön an Belegschaft

Mit seiner Frau Monika, Geschäftsführerin und „meine größte Kritikerin”, feierte Podobnik diesen Erfolg, „an dem ich mit viel Selbstdisziplin, Ausdauer und Konzentration gearbeitet habe” - Tugenden, die nach Meinung des Wahl-Würseleners für einen guten Koch unverzichtbar sind. Nicht etwa im großen Stil wurde gefeiert - ein Dankeschön an die Belegschaft der Alten Feuerwache wird es im kommenden Jahr geben -, sondern zu Hause in Bardenberg, am Küchentisch mit Blick auf den Kamin.

„Dort entwickeln sich auch meine Kochideen”, sagt der 50-jährige gebürtige Bayer aus Greding, einem Ort zwischen Ingolstadt und Nürnberg. Eine gute Flasche Wein durfte es zum Anstoßen mit seiner Frau, die ihm durch leise Kritik an seinem Hauptgang einst in einem Oberstdorfer Restaurant aufgefallen war, schon sein. Dem ersten Stern vorausgegangen waren mehrfache verdeckte Tests der Michelin-Jury.

Dass bei diesen Besuchen - in der Regel sind es vier - nichts schief gegangen ist, verwundert Kurt Podobnik nicht: „Ich achte nicht darauf, ob ein Kritiker unter den Gästen ist, den ich dann bevorzugt behandle - nach dem Motto Ach, das könnte einer sein. Gleichbleibende, hohe Qualität gehört zum Konzept sowohl des Gourmet- als auch Bistro-Bereichs oder Lounge unseres Restaurants.” Podobnik räumt ein: „Eigentlich ist es besser, nicht zu wissen, wenn ein Tester da ist. Das macht nur nervös.”

„Auszeichnung und Auftrag”

Seine Gäste, deren Zahl nach Bekanntwerden seines Michelin-Status´ sicher noch steigen wird, sind natürlich nicht nur Würselener. Stammkunden scheuen weitere Anreisen nicht. „Vornehmlich sind es Geschäftsleute oder Paare, die einmal einen schönen Abend mit einem Menü in anspruchsvollem Ambiente genießen wollen”, sagt Podobnik.

Dass er nach Verleihung des Sterns unter besonderer Beobachtung nicht nur der Tester, sondern auch der Kundschaft steht, ist ihm bewusst: „Ein Michelin-Stern ist Auszeichnung und Auftrag zugleich.” Er weiß auch, dass er auf gleichbleibend hohem Level weiterarbeiten muss, Anforderungen, für die das Privatleben oft hintanstehen muss: „14-Stunden-Tage sechsmal wöchentlich und nur ganz wenig Urlaub.”

Erholung findet er trotzdem. Mit seinem Münsterländer geht er täglich mindestens eine Stunde spazieren. Dann schaltet er ab - und kommt auf neue Ideen: „Küche entwickelt sich im Kopf, dann im Bauch - und dann erst in der Praxis.” Und noch etwas gibt der Koch preis: „Auch wenn wir jetzt ein Sterne-Restaurant betreiben, verspreche ich, dass die Preise deswegen nicht steigen.”
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