Herzogenrath - Michael Schmitt neuer Direktor der Herzogenrather Europaschule

Michael Schmitt neuer Direktor der Herzogenrather Europaschule

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Teamarbeit im Kollegium wird großgeschrieben: Darauf legen Silke Dormeier und Michael Schmitt besonders großen Wert. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Klar, einer muss der Chef sein, doch der Neue gibt sich gern auch als Teamplayer: Michael Schmitt, seit Schuljahresbeginn Direktor der Europaschule in Merkstein, tritt ganz bewusst mit seiner Stellvertreterin Dr. Silke Dormeier, ebenfalls neu im Amt, als „Tandem“ auf.

„Der Gesetzgeber“, so sagt er, „gibt zwar bestimmte Dinge als Schulleiter-Entscheidung vor. Aber wichtige Sachen werden wir generell im Team beraten.“ Wobei er ausdrücklich den didaktischen Leiter Jens Klein mit einbezogen wissen will.

Dass nach der Pensionierung von Direktor Daniel Bick jemand von außen an die Spitze der Schule gesetzt werden solle, „darüber waren wir uns alle schnell einig“, spricht Dormeier auch für ihre Kollegen. Des frischen Windes wegen. 77 Lehrer unterrichten zurzeit knapp 1100 Schüler. Tendenz steigend, wie seit Jahren.

„Was für eine schöne Schule!“, habe er gedacht, als er den Gesamtschulbau mit den gelben Eingangstüren nach Jahren wieder betreten habe, schwärmt Schmitt. Eine frühere Tätigkeit hatte ihn schon mal nach Merkstein geführt, um Referendare zu prüfen. Damals bereits gefiel ihm die „schöne Atmosphäre“. An der sich offenbar nichts geändert hat: Mit Blumen auf dem Schreibtisch wurde er am ersten Arbeitstag begrüßt. Und alles sei bestens vorbereitet gewesen, „organisatorisch wertschätzend“, wie Schmitt anerkennend feststellt. „Das ist bei uns Standard“, schmunzelt Dormeier. Insgesamt, so setzt Schmitt noch eins drauf, habe er den Eindruck, dass auch den Schülern große Wertschätzung entgegengebracht werde.

Beste Voraussetzungen herrschen also in der Europaschule, die er nun „geerbt“ hat. Von einem Vorgänger, der sie fast ein Vierteljahrhundert als Leiter prägte. Über den bisherigen Führungsstil im Hause am Langenpfahl will Schmitt sich kein Urteil anmaßen, betont aber, dass neue Leute eben auch eine neue Art der Leitung prägen. „Locker, aber bestimmt“, gibt Silke Dormeier ergänzend die Marschrichtung vor.

„Wir leiten eine Behörde, das ist so“, nimmt Schmitt eine Feststellung Daniel Bicks im Abschiedsinterview mit unserer Zeitung auf. Daneben gelte es aber auch, pädagogische Leitsätze weiter zu entwickeln, denn: „Alles ist im Fluss.“

Vor einigen Jahren etwa sei die Inklusion die neue Herausforderung gewesen, heute stelle die Integration von Flüchtlingskindern eine gewaltige Aufgabe dar. Elf Kinder besuchen zurzeit die internationale Förderklasse (IFK) an der Merksteiner Gesamtschule, spätestens im achten oder neunten Schuljahr sollen sie in Regelschulklassen integriert werden können.

Und auch das betonen Schmitt und Dormeier unisono: Die kulturelle und internationale Orientierung der Schule mit umfangreichem Sprachenunterricht stehen nicht zur Debatte. Eine Frage, die die Eltern bewegt habe. „Wir haben hier ein System, das läuft und das Früchte getragen hat“, sagt Dormeier.

Grundsätzlich, so ergänzt der Chef, gelte es jedoch auch abzuschätzen, welchen Wert ein Projekt für die Schüler habe: Schließlich gehe es nicht um Projekte an sich, sondern um Kompetenzen, die die Schüler erwerben sollen.

Schmitt und Dormeier propagieren das Gesamtprinzip, das Schüler länger gemeinsam lernen lasse: „Determinierte Schulformen hingegen bieten wenig Möglichkeiten, in andere Schulformen zu wechseln.“ Ab der 7. Klasse etwa fehle an der Hauptschule die zweite Fremdsprache zum Übergang auf die Realschule. Und die wenigsten schafften den Sprung in die gymnasiale Oberstufe. Die Erfahrung an der Gesamtschule zeige unterdessen, dass sich selbst Kinder mit Förderschulempfehlung besser entwickeln können.

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