Messpunkte: Stickstoffdioxid und Feinstaub im Visier

Von: Karl Stüber
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Grüne richten einen Messpunkt für Stickstoffbelastung ein: (v.l.) Bundestagsabgeordneter Oliver Kriescher, Kandidat Alexander Tietz-Latza und Wolfgang Wetzstein, Sprecher der Ortspartei Würselen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Grünen wollen im Wahlkampf Passanten auf die Problematik der hohen Abgaswerte von Fahrzeugen aufmerksam machen. Der „Abgasskandal“ liefert für die Umweltpartei Munition, um zu punkten, meinen sie. Die Automobilindustrie wird von ihnen der Trickserei und des Betrugs beschuldigt.

So misst Alexander Tietz-Latza, Bundestagskandidat für Aachen-Land, demonstrativ in Würselen Stickstoffdioxid- und Feinstaubbelastung. Allerdings ist der Ort für den Dialog mit potenziellen Wählern nicht gerade kommunikativ. Unterstützt von dem grünen Bundestagsabgeordneten Oliver Kriescher sind Tietz-Latza und Ortsgrüne in der Nähe der vielbefahrenen Kreisstraße 30 (Willy-Brandt-Ring) an der Ecke Friedrich-/Krottstraße unterwegs.

Dort ist zwar viel Verkehr – aber hauptsächlich passierende Fahrzeug und kaum Passanten. Nur ein älterer Radfahrer hält kurz an und will wissen, worum es geht. Wenn man verstanden werden will, muss man mit Blick auf die vorbeifahrenden Autos schon was lauter sprechen. Eigentlich hätten die Messungen laut Einladung weiter stadteinwärts in Nähe der Sebastianusinsel stattfinden sollen.

Dass dort der Dialog viel intensiver zu führen ist, führt die Polizei vor Augen. In der 30-km/h-Zone werden Fahrzeugführer angesprochen, die zu schnell unterwegs sind. Da gibt es viele Kontakte und interessante Gespräche. Eine ältere Fußgängerin sagt einem kontrollierenden Beamten, sie habe im vergangenen Jahr ihren Führerschein aus Altersgründen abgegeben – und wird dafür gelobt.

Zurück zu den Grünen am anderen Ende der Straße: Die angekündigten Protestschilder und Flugblätter werden nicht gezückt, aber auch so ist Weiterführendes zu erfahren. Die Grünen sind im Zuge ihrer Aktionsreihe „Recht auf saubere Luft“ zwei Wochen in der Region unterwegs. Nächste Station ist Herzogenrath. Das Würselener Stadtratsmitglied Michael Jochmann sagt, dass die Messung wegen der Diskussion um den Standort für den Neubau der Gesamtschule an die Krottstraße verlegt worden ist.

Die Würselener Grünen sind aus Kosten-, Sicherheits-, aber auch Umweltschutzgründen gegen diesen Standort und bevorzugen die Ertüchtigung der Realschule an der Tittelsstraße. Mit der Aktion im Rahmen der Bundestagswahlkampfs wollen sie auf ihr lokales Anliegen aufmerksam machen. Die Feinstaubbelastung liegt gerade bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, zeigt das Messgerät an. Das ist genau der Jahresmittelgrenzwert, ist zu hören.

Wie steht es um die Stickstoffdioxidbelastung? Kriescher zeigt auf eine kleine Dose nebst Einsatz. Das Teil erinnert an eine Komponente jener legendären, selbst gebastelten Atemluft-Entgiftungsanlage, die die Crew von Apollo 13 nach gescheiterter Mondlandemission vor dem Erstickungstod bewahrte und Grundlage für die Rückkehr auf Mutter Erde war.

Die Dose wird von den Grünen an einem Mast montiert und soll dort eine Weile hängen. Der Messeinsatz wird dann zur Auswertung der durchschnittlichen Stickstoffbelastung an diesem Straßenstück ins Labor geschickt. Für gerade mal 20 Euro kann jeder solche Messsysteme im Internet erwerben. Das Ergebnis wollen die Grünen nachliefern.

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