Aachen/Alsdorf - Messerattacke bei Grillfest: Operateur des Polizisten sagt aus

Messerattacke bei Grillfest: Operateur des Polizisten sagt aus

Von: Karl Stüber
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Blutiges Ende des Festes der Alsdorfer Stadtgarde im vergangenen August. Der Fall ist nun vor dem Landgericht. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Alsdorf. Mit großer Kraft muss der Dolchstoß ausgeführt worden sein, mit dem ein Polizist beim Grillabend der Alsdorfer Stadtgarde am 8. August 2015 lebensgefährlich verletzt worden war. Am zweiten Verhandlungstag vor der 1. Schwurgerichtskammer am Landgericht Aachen sagte der Arzt aus, der im Aachener Klinikum dem Verletzten in einer Notoperation das Leben rettete.

Demnach ist der Dolchstich von vorne mitten durch die Leber gegangen und endete dahinter am Zwerchfell. Auch die Blutversorgung des Dickdarms sei verletzt gewesen. Beim Öffnen des Bauchraums habe der operierende Arzt viel Blut vorgefunden. Dem Patienten haben zur Stabilisierung zwei Liter Blut zugeführt werden müssen, führte der Mediziner aus. Der lebensgefährlich Verletzte, der reanimiert werden musste, habe letztlich viel Glück gehabt. Zwei weitere Stichverletzungen seien dagegen nicht so gravierend gewesen.

Eine Gutachterin – Fachärztin für Rechtsmedizin an der Universitätsklinik Köln – bestätigte dies.

Der Polizist, der als Privatmann an dem Grillfest der Alsdorfer Stadtgarde teilgenommen hatte, war mit anderen Gästen einem vermummten Angreifer entgegengetreten, der die Feiernden mit Pfefferspray attackiert hatte und mit einem Dolch und einem Messer bewaffnet war.

Der Angreifer, ein gelernter Maurer aus Alsdorf, verletzte einen weiteren Besucher des Festes und trug selbst einen Stich in der rechten Kniekehle davon. Er war bereits wenige Monate zuvor auffällig geworden – vor einem Kindergarten in Alsdorf. Ohne dass dies zur Alamierung der Polizei geführt hatte.

In dem Sicherungsverfahren, in dem der Alsdorfer nicht Angeklagter, sondern Beschuldigter ist, weil er als „hinreichend verdächtig“ gilt, im Burgpark im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt zu haben, geht es letztlich um die Frage, wie es mit ihm weitergeht. Wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass er eine große Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, würde er dauerhaft in eine Spezialklinik eingewiesen. Derzeit ist er in der LVR-Klinik in Essen untergebracht.

Der Täter, lange Jahre drogenabhängig und nach eigenen Angaben von Angst- und Allmachtsfantasien getrieben, hatte ausgesagt, vermeintlich Bedrohte, so seine Ex-Freundin, bei dem Grillfest der Stadtgarde befreien zu müssen.

Vor der 1. Schwurgerichtskammer sagte auch der zweite von dem Angreifer mit einem Messer Verletzte aus. Der 24-jährige Besucher des Festes berichtete, auch eine Portion Pfefferspray abbekommen zu haben. Er habe dabei helfen wollen, den Angreifer festzuhalten. Dabei habe er ein Messer ins Bein bekommen. Zuvor habe er aber keine solche Waffe gesehen. Der Beschuldigte warf dazu ein, es tue ihm leid. Er habe ihn nicht verletzen wollen.

Der Zeuge gab weiterhin an, einen Monat lang dienstunfähig gewesen zu sein, weil das Bein angeschwollen gewesen sei.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 18. Februar, fortgesetzt.

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