Merksteiner Gruppe der Arbeiterwohlfahrt informierte sich in Düsseldorf

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Herzogenrath. Gastfreundlich und informativ erlebte eine große Gruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Merkstein den Besuch im nordrheinwestfälischen Landtag in Düsseldorf. Eingeladen von der SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers erhielten die Gäste interessante Einblicke in die politische Arbeit.

Wie funktioniert das Gremium der 237 Abgeordneten – wie ist die Sitzordnung – welche Parteien sind im Landtag vertreten und in welcher Stärke – warum werden alle Reden, neben Tonaufnahmen, auch heute noch stenografiert – die Stenografen sind schneller als der Redner – 350 Silben in der Minute – nach siebeneinhalb Minuten werden sie abgelöst.

Was ist die Aufgabe von Fachausschüssen? Diese und viele andere konkrete Fragen erläuterte in einem lebendigen Vortrag Monika Piron, Mitarbeiterin der Landtagsverwaltung, und ließ ihre Zuhörer alles an großen Bildschirmen mitverfolgen.

Ein Lehrstück in Sachen Parlamentsalltag und überhaupt nicht langweilig. Mit einem Imbiss und einer guten Tasse Kaffee gestärkt, ging es dann auf die Tribüne des Plenarsaals. Eine Stunde lang wurden die AWO-Gäste Zeugen einer teils hitzigen Debatte. Ausgerüstet mit einem Papier zur Tagesordnung, konnten sie hautnah den Inhalt verschiedener Anträge, Rede und Widerrede nachvollziehen.

„Zu lange weggeschaut“

Zeit zu einer ausführlichen Diskussion widmete anschließend Eva-Maria Voigt-Küppers ihren Gästen. Angesprochen auf das teils rüde Gebaren der Parlamentarier, sagte Voigt-Küppers: „In dieser angespannten Situation der Flüchtlingsproblematik wird der Ton in letzter Zeit schärfer. Das ist kein guter Stil. Ich werde mich daran nicht beteiligen.“

Seit 2009 direkt in den Landtag gewählt, ist sie inzwischen stellvertretende Fraktionsvorsitzende mit den Schwerpunkten Bildung, Weiterbildung und Sport. Zur persönlichen Vita – mit 16 Jahren ist sie in die SPD eingetreten – gehört ein ständiges Engagement für Jugend und Familie, viele Jahre im Rat ihrer Heimatstadt Würselen, vor allem aber in der praktischen Berufsarbeit.

In einem offenen und kritischen Gespräch wurde über die Flüchtlingsproblematik gesprochen. Voigt-Küppers bemerkte: „Wir haben viel zu lange weggeschaut, Italien und Griechenland mit der Flüchtlingssituation alleine gelassen.“

In einem Gespräch mit den Bischöfen habe der Kölner Kardinal Wölki schon lange vor der massiven Zuwanderung gewarnt: „Das wird eine Völkerwanderung!“. „Wir hätten besser vorbereitet sein können“, so die Abgeordnete.

AWO-Vorsitzender Horst Herberg dankte der AWO-Freundin Eva-Maria Voigt Küppers für den Empfang, das offene Gespräch mit der Besuchergruppe. Eine gemütliche Einkehr in der Altstadt war der krönende Abschluss des Tages.

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