Menschenunwürdige Unterbringung soll ein Ende haben

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
5193001.jpg
Unzumutbar: Das Asylbewerberheim in der ehemaligen Schule in Broichweiden ist völlig marode. Der Sanierungsbedarf wurde auf über 600.000 Euro geschätzt. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die menschenunwürdige Unterbringung von Asylbewerbern an der Jülicher Straße 24 wird in absehbarer Zeit ein Ende haben. Der Ausschuss Soziales, Sport und Kultur beschloss in seiner Sitzung auf Empfehlung der Verwaltung, sie „zeitnah“ – so Erster Beigeordneter Werner Birmanns – in den leer stehenden Wohnungen in den Häusern an der oberen Kaiserstraße unterzubringen.

Fachbereichsleiter Herbert Zierden ließ keine Zweifel aufkommen: „Die Jülicher Straße wird komplett leer gemacht.“ Voraufgegangen waren klärende Gespräche mit der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW), der Eigentümerin der in absehbarer Zeit zum Abbruch stehenden Häuser.

Wie Zierden weiter darlegte, stehen an der oberen Kaiserstraße zehn Wohnungen zwischen 60 und 80 Quadratmetern zur Verfügung, „so dass wir noch freie Kapazitäten haben“. Was das Raumangebot zur Unterbringung für künftig noch zu erwartende weitere Asylbewerber betreffe, habe man jetzt etwas Luft. Auf Nachfrage der UWG-Stadtverordneten Claudia Küppers versicherte Zierden, vorerst nur die Wohnungen zu nutzen, „die mit geringem Aufwand saniert werden können“. Wie vom Sprecher des Freundeskreises Jülicher Straße 24, Jürgen Hohlfeld, bereits vor Einstieg in die Tagesordnung gefordert, plädierte auch SPD-Sprecher Winfried Hahn für eine Betreuung der Asylbewerber. Er beklagte, dass sie an der Jülicher Straße 24 zu lange allein gelassen worden seien. Hahn (SPD) kündigte an, dass seine Fraktion einen Antrag auf Übernahme des von der Städteregionsfraktion vorgelegten Programms „nachschieben“ werde. In ihm gehe es vor allen Dingen um eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen.

Der Ausschuss und die Verwaltung stimmten darin überein, dass die Unterbringung der Asylbewerber an der oberen Kaiserstraße keine nachhaltige Lösung sein kann. „Wir müssen am Ball bleiben“, kritisierte UWG-Sprecher Clemens Sojka nachträglich, dass seine Mahnungen bezüglich der Missstände an der Jülicher Straße 24 kein Gehör gefunden hätten. „Wir müssen eine Lösung auf Dauer finden“, pflichtete der Fachbereichsleiter ihm bei. Auch wenn vorerst bis mindestens 2015 eine Lösung gefunden ist, beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, möglichst bald ein für die Zukunft tragbares Konzept zu erarbeiten. Die CDU-Sprecherin Sylvia Köhne, die als solche ihr Debüt Ausschuss gab, mahnte die Finanzierbarkeit an. Eingebunden werden sollen dabei neben dem Sozialamt auch alle übrigen involvierten Ämter der Verwaltung. Der Rat wird in seiner Sitzung am 9. April die im Ausschuss gefassten Beschlüsse bestätigen müssen, damit zügig an ihre Umsetzung herangegangen werden kann. Zu Bedenken gab der Fachbereichsleiter noch, dass eine private Unterbringung der Asylbewerber nicht so einfach sei. Dass das Sozialamt sich weiter bemühen werde, war für ihn keine Frage. Im Raum stand bei Thomas Havers (CDU) die Frage, was aus der Jülicher Straße 24 werden soll. Er zweifelte dabei massiv an, dass eine Sanierung dieses Gebäudes noch Sinn machen werde. Von einem Anlieger der Neustraße wurde die Situation der Unterkunft an der Neustraße angesprochen. Dass sie nicht aufgestockt werde, sei vom Rat beschlossene Sache, konnte Winfried Hahn dessen Sorgen ausräumen. Die vom Freundeskreis Jülicher Straße 24 geleistete Arbeit würdigte Karl-Heinz Pütz (SPD). Für seine Fraktionskollegin Doris Harst ein Indiz dafür, wie groß das bürgerschaftliche Engagement in Würselen sei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert