Mensaverein Würselen: Speisezelt doch noch aufgebaut

Von: Karl Stüber
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Enttäuschend: Das Mensazelt wurde zwar entgegen den Befürchtungen des Mensavereins doch noch aufgebaut – auf den letzten Drücker. Es entspricht aber nicht den Erwartungen. Foto: Karl Stüber
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Küchenleiterin Lissy Kramer, Mitarbeiterin Brigitte Mines, Sarah Kramer (im Hintergrund, freiwilliges soziales Jahr), Mitarbeiter Jean-Claude Fernandes (Organisation) und die Vorsitzende des Mensavereins Würselen, Dagmar Thorand, setzen abweichend von der Vorauswahl der Stadt auf diese aus ihrer Sicht hochwertigeren und praxisgerechteren Stühle und Tische (v.l.). Foto: Karl Stüber

Würselen. Der Schulbetrieb im Gymnasium Würselen und in der benachbarten Gesamtschule läuft wieder an. Der Mensaverein Würselen sorgt auch im Schuljahr 2016/17 bei erneut gestiegener Zahl an „Kunden“ – zusätzlich zu der im Unterricht von Lehrern verabreichten geistigen Nahrung – für handfestes und gesundes Essen im Rahmen des gebundenen Ganztagbetriebes.

So ist es mit dem Schulträger, der Stadt Würselen, vereinbart. Der Betrieb in der provisorischen Mensa (ehemalige Grundschule) kommt ab nächsten Montag auf volle Touren (siehe Info).

Vorsitzende Dagmar Thorand steht überrascht vor dem erst am Dienstag aufgebauten Mensazelt, das als (weiteres) Provisorium für die Versorgung der Gesamtschüler dient, bis die im Ausbau befindliche neue Mensa zum Jahreswechsel nutzbar ist. Die Wandelemente sind mit Kabelbindern befestigt. Wie wird das bei schlechtem Wetter sein? „Das ist nicht die Qualität, die wir erwartet haben“, sagt sie.

Laut Angaben der Stadt kostet dieses Zelt 10.000 Euro pro Monat.

Darüber und noch mehr hätte der Mensaverein gerne beizeiten mit der Stadt geredet. Auch über die genaue Positionierung des Zeltes. Nun rechnet Thorand mit Problemen bei der Anlieferung der Speisen und beim Spülen des Geschirrs. Sie hat gehört, dass als Sicherung ein Zaun um das Zelt errichtet wird. Wie sieht das aus? Reicht das als Schutz? Überhaupt hat es in den letzten Monaten mit der Kommunikation seitens der Kommune gehapert, bedauert Thorand. Mails blieben unbeantwortet, Telefonate gingen ins Leere. Dabei hat es zuvor doch so gut zwischen Auftraggeber Stadt Würselen, dem Planungsbüro und dem Mensaverein geklappt, als es um Abstimmungen im Zuge des Mensabaus ging, wundert sie sich.

Per Mail vom 25. Juli an Bürgermeister Arno Nelles (SPD) und weitere Ansprechpartner hatte Thorand einen Ausblick über das „4. Jahr im Übergang“ gegeben. Dabei hatte die Initiative die Kommune gebeten, eine zusätzliche Minijob-Kraft zu finanzieren, die pro Halbjahr rund 3500 Euro kosten würde.

Einige Bezugsgrößen haben sich deutlich verändert. Der Verein hat gute Argumente für sein Anliegen. In der Realschule am Wisselsbach, in der der Mensaverein einen weiteren Stützpunkt betreibt, um die Kinder zu versorgen, gehen die Nutzerzahlen kontinuierlich zurück, da die Einrichtung im Jahr 2020 geschlossen wird. Auch das Cafeteria-Sortiment findet immer weniger Zuspruch. Der wichtige Erlös aus dem Verkauf fließt in die Mischkalkulation ein. „Aber wir werden in der Realschule so lange aktiv bleiben, bis der letzte Schüler, der bei uns essen will, die Einrichtung verlassen hat“, sagt Thorand. Das bindet Kräfte.

Die Gesamtschule, die jetzt den zweiten Jahrgang aufgenommen hat, hat überhaupt keine Cafeteria und kann so nichts zur Mischkalkulation beitragen, hat der Mensaverein der Stadt mitgeteilt.

Während für die Schüler des Gymnasiums und der Realschule laut Verein ausreichend Personal vorhanden ist, steht für die Betreuung der Gesamtschüler im Mensazelt „ausschließlich eine Arbeitskraft von 11 bis 15 Uhr zur Verfügung“. Eine weitere Kraft ist nur mit Spülen beschäftigt. Thorand weiter: „Das Mensa- und Küchenteam ist sehr gerne bereit, weiterhin alle drei Schulen zu bewirtschaften.“ Aber man könne sich die Bezahlung des Personals in der den Aufgaben entsprechenden Größenordnung nicht leisten. Wo soll das Geld herkommen? Ein erster Versuch des Vereins, einen Personalkostenzuschuss bis Fertigstellung der Kochmensa zu erhalten, war bereits Anfang des Jahres abgelehnt worden. Die Stadt hatte laut Mensaverein entgegengehalten, die abgeschlossenen Nutzungsverträge würden keinen Zuschuss zu Personalkosten vorsehen. Wird das jetzt anders gesehen?

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Erster Beigeordneter Till von Hoegen, dass er zum Thema Personal nichts sagen könne. Da werde der Bürgermeister sicherlich etwas entscheiden, wenn sich das als notwendig erweisen würde. Der ist noch im Urlaub. Vertreter der städtischen Schulverwaltung waren laut von Hoegen am gestrigen Mittwoch vor Ort, um mit dem Verein Details nach Aufstellung des Zeltes zu besprechen und Probleme bei der Ausstattung schnell zu lösen.

Echte Kommunikationsprobleme konnte der Erste Beigeordnete nicht ausmachen. Es handele sich allenfalls um „ein Missverständnis oder falsche Vorstellungen“, so auch bei der Beschaffung von Mobiliar für die neue Mensa. Hier hat Vereinsvorsitzende Thorand bemängelt, dass die bei einer Zusammenkunft von Stadt und Architekturbüro vorgestellten Tische und Stühle unpraktisch und von nicht ausreichender Qualität seien. Vertreter des Vereins hätten wegen Urlaubs nicht teilnehmen können. Dagegen haben Thorand und Mitstreiter einen robusten Tischtyp und leicht anhebbare Stühle mit C-Schwinge vorgeschlagen. Von Hoegen bekräftigte, dass noch nichts entschieden und noch keine Ausschreibung erfolgt sei. Allerdings müsse das Mobiliar auch bezahlbar sein. Es gibt also weiteren Gesprächsbedarf.

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