Meisterchor „Liederkranz“: Klangvoll den Weltfrieden beschworen

Von: ehg
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Eindrucksvolles Konzert: Der Männergesangverein Liederkranz Würselen, Meisterchor im Sängerbund NRW, trat auf. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Unter dem Motto „Weltfrieden“ hat der Meisterchor „Liederkranz“ den zahlreichen Besuchern in der Aula an der Klosterstraße ein facettenreiches Konzert geboten. Ihren glanzvollen Stempel drückten ihm die beiden niederländischen Gesangssolisten auf.

Die charmante Sopranistin Wendy Kokkelkoren und der gefragte, technisch versierte Konzertsänger Martin Hurkens. Einen wunderschönen Schlusspunkt setzten der Chor unter der souveränen Leitung von Ando Gouders sowie die von dem jungen Pianisten Falko Borsboom begleiteten Solisten gemeinsam mit dem Publikum, indem sie das Lied der Lieder „Stille Nacht, heilige Nacht“ anstimmten. Ob Sänger oder Zuhörer, ein jeder hatte nach zweieinhalb Stunden seinen musikalischen „Weihnachtsfrieden“ gefunden.

Angesichts der aktuellen Themen Terror und Flucht läutete der Chor inbrünstig mit „Das Gebet“ des kroatischen Komponisten Jakov Gotovac das Programm ein. Mit den religiösen Gesängen „Svjat“, „Schiwiti Adosjem“ des niederländischen Komponisten F. Schorer und „Tebje Pojem“ des Ukrainers Dimitri Bortnianski, der im 19. Jahrhundert großen Einfluss auf die deutsche Kirchenmusik hatte, stellte sich der fast 50-köpfige Klangkörper hohen Herausforderungen, die einfühlsam und stimmungsvoll gemeistert wurden.

Feierlich-festlich ging es weiter mit „Signore delle Cime“ des Italieners Giovanni di Marzi, auch bekannt als Hymne der italienischen Alpinisten. Als Kontrast dazu folgte „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortnianski. Bemerkenswert war, dass alle Werke nicht nur in der Originalsprache, sondern auch frei vom Notenblatt dargeboten wurden. „Die Vesper“ von Ludwig van Beethoven und „Im Dorf da geht die Glocke schon“ von B. Weber waren die Titel weiterer leiser Lobgesänge, nicht zuletzt auf die Mutter Maria.

Mit der Arie „Nessun Dorma“ aus Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ machte der Tenor viel Appetit auf mehr. Es folgten die beiden Solisten mit dem zeitgenössischen Ohrwurm „conte Partiro“ (Time to say goodbye) aus der Feder von Francesco Sartori. Andrea Bocelli und Sarah Brightman ließen grüßen.

Als tiefbesinnlicher Kontrapunkt zu diesem Pop-Song das „Ave Maria“ von Giuseppe Caccini, eines Italieners an der Schnittstelle der Spätrenaissance und des Frühbarocks. Eine brillante Darbietung aus dem Genre einer Liedersängerin. Mit „Una Furtiva Lagrima“ ließ der Tenor den Belcanto-Komponisten Gaetano Donizetti zu „Wort“ kommen. Weitere Seiten ihrer Sangeskunst schlugen Wendy Kokkelkoren und Martin Hurkens mit „Der Kaiser“ von Robert Stolz, „Lippen schweigen“ und „Libiamo“ aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi auf. Das Publikum summte leise mit und ließ sich von den Walzerklängen verzaubern. Die Post ging mit dem neapolonischen Gassenhauer „Funiculi funicula“ von Luigi Denzer richtig ab, komponiert anlässlich der Eröffnung der Standseilbahn auf den Vesuv.

Auch nach der Pause lebte das Konzert von den vielfältigen Kontrasten. Auf „You Raise me up“ (Du ermutigst mich) des Norwegers R. Loeveland folgte im Duett „The Prayer“ von C. Bayer. Die Sopranistin streute, subtil dargeboten, „Marias Wiegenlied“ von Max Reger ein, ein wahrer Genuss. Ganz nach dem Geschmack der Konzertbesucher waren die Ohrwürmer „Wolgalied“ von Franz Lehar, „Amigos para Siempre“ von Andrew Lloyd Webber – auch Sarah Brighton und José Carreras hätten ihre helle Freude gehabt – und „Rudolf the rednosed Reindeer“ von J. Marks.

Als Zugabe gab es nach reichlich Applaus „Die Schlittenfahrt“. Auf der Zielgerade zu Weihnachten meldete sich der „Kranz“ mit internationalen weihnachtlichen Liedern und Songs zurück, mit dem traditionellen „Adeste Fideles“, mit „Betelehemu“ im afrikanischen Rhythmus und dem Goselsong „Die Rose“ von A. Mc Broom. Das polnische „Jesus Malusienki“ stimmte Bariton Jo Meessen an. Unter anderem mit dem „Cantique Noel“ des Franzosen Adolph Adam überzeugte als Solist der Bass Karl-Heinz Kuck, ebenfalls aus eigenen Chorreihen. Das Lied aus der Feder von Rene Kollo, das dem Konzert den Titel verlieh, durfte genauso fehlen wie „Weißer Winterwald“. Glocken klangen aus der Ferne und Träume von einer weißen Weihnacht wurden wahr. Im Übrigen: Zwei Euro pro Eintrittskarte kamen der Flüchtlingshilfe des Arbeitskreises Asyl zu Gute. 1400 Euro können überwiesen werden.

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