Mehrere Intensivtäter dingfest gemacht

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Erfreuliche Ergebnisse verkündet der Polizeipräsident für den Nordkreis: Die Gesamtzahl der Straftaten ist um 1109 auf 11196 gesunken.

Wohlwissend, dass dies diversen Umständen geschuldet ist, kann Klaus Oelze aber auch auf erfolgreiche Polizeiarbeit verweisen. Wenn auch die Zahlen in Baesweiler um 10,83 Prozent gestiegen sind, soll dies kein Grund zur Besorgnis sein: Denn die Kriminalitätshäufigkeitszahl (HZ = Straftaten x 100.000 : Einwohner) wird mit 5886 im Bereich des Polizeipräsidiums nur noch in der Eifel unterschritten (3292). Eine Steigerung von über zehn Prozent entspricht der Differenz von 1487 Straftaten in 2009 zu 1648 in 2010. Und nach der Festnahme zweier Serientäter - 24 Jahre alt/33 Einbrüche sowie 25 Jahre alt/25 Delikte - habe sich die Lage beruhigt. Betrugs- und Gewaltdelikte seien in Baesweiler ohnehin seit Jahren rückläufig, erläutert Helmut Wälter, Leiter der Direktion Kriminalität. Einen Mordversuch gab es dennoch: bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung unter Brüdern im Elternhaus. Der 23-jährige Täter ist im Februar zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Drei Vergewaltigungen und vier Fälle des sexuellen Kindesmissbrauchs wurden aktenkundig, überdies 15 Kfz und 29 Mopeds gestohlen.

Betrug mit TÜV-Plaketten

Leicht nach oben gegangen ist die HZ in Würselen - von 7257 auf 7415. Das entspricht einem Anstieg der Straftaten von 2746 in 2009 auf 2792 (+1,68 Prozent). Hier war unter anderem eine Ermittlungskommission Kennzeichendiebstahl tätig. Besonders auf die TÜV-Plaketten haben es die Täter abgesehen, die in unseriösen Hinterhofwerkstätten zu Preisen von 180 bis 200 Euro „gehandelt” werden. Aber auch für Versicherungs- und Tankbetrügereien sind gestohlene Kennzeichen sehr begehrt. Einen Mord weist die Statistik 2010 für Würselen auf: Die tödliche Messerattacke eines Manns auf seine Frau in einem Pkw vor dem Krankenhaus Marienhöhe vom Dezember 2009. Zudem gab es zwei Vergewaltigungen und fünf Missbrauchsfälle. Verzeichnet wurden 129 Wohnungseinbrüche sowie die Diebstähle von 51 Kfz und 59 Mopeds.

Niedrigste Zahl seit zehn Jahren

Die niedrigsten Zahlen seit zehn Jahren verzeichnet Herzogenrath (HZ 6992). Es gab 51 Wohnungseinbrüche weniger, dafür 69 mehr Geschäftseinbrüche und ein Plus von 50 Betrugsdelikten, offenbar begünstigt durch die Grenzlage. Zwei Sammelverfahren wegen Tankbetrugs wurden gegen zwei Männer eingeleitet: für 20 respektive 17 Taten. In der Rodastadt gab es weder Mord noch Totschlag, aber fünf Vergewaltigungen und neun Kindesmissbrauchsfälle, dazu 43 Kfz-Diebstähle und 114 gestohlene Mopeds.

Das deutlichste Ergebnis intensiver Polizeiarbeit erbrachte das „Konzept Alsdorf”, eine Kooperation der Direktionen Kriminalität, Gefahrenabwehr und Verkehr sowie des Ordnungs- und des Jugendamts: Durch gezielte Präsenz und Kontrollen rund um Denkmalplatz und Cinetower sowie an den Treffpunkten Jugendlicher ist es gelungen, mehreren Intensivtätern das Handwerk zu legen. Was zu einer massiven Senkung der Fallzahlen bei Diebstählen aus Kfz aber auch bei Körperverletzungen und Anpöbeleien geführt habe. So ist die HZ von 10289 auf 7581 gesunken, was einem Minus der Delikte von 4728 auf 3466 entspricht (-26,69 Prozent). Wälter: „Noch haben wir kein Indiz dafür, dass eine Verdrängung stattgefunden hat.” Auch in Alsdorf gab es einen versuchten Mord: Am 19. Februar 2010 stach ein Mann auf dem Spielplatz Amselweg auf seine Frau ein.
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