Alsdorf - Mehr Sicherheit und grüne Welle auf B57

Mehr Sicherheit und grüne Welle auf B57

Von: Karl Stüber
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Immer wieder kracht es im Zuge des Kurt-Koblitz-Rings (B 57) in Alsdorf: Hier prallten im vergangenen Jahr zwei Fahrzeuge auf der Kreuzung Luisenstraße zusammen. Leser unserer Zeitung setzen sich zum einen für mehr Sicherheit, zum anderen aber auch für eine effizientere Ampelschaltung ein. Foto: Ralf Roeger
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Die neue Aldi-Filiale am Kurt-Koblitz-Ring in Alsdorf ist im Juni fertig: Die Zufahrt wird über die Allensteiner Straße erfolgen. Von der Luisenstraße aus (Bild) führt nur noch eine Treppe zum Geschäft. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Der Kurt-Koblitz-Ring zerteilt Alsdorf. Die „City“ wird von weiteren dem Kern nahen Ortslagen wie Kellersberg, Ost und Schaufenberg abgetrennt. Diese vierspurige „Stadtautobahn“ ist als Bundesstraße 57 indes eine wichtige Verbindung Richtung Baesweiler und Heinsberger Land bzw. Richtung Würselen und Aachen.

Umso bedeutender ist es, dass der Verkehr auch glatt rollt. Da gibt es offenbar erheblichen Verbesserungsbedarf, wie Bürger mittels Meinungsportal www.leser-meinung.de wiederholt angemahnt haben. Unsere Zeitung ist auch weiterhin daran interessiert, was aus Ihrer Sicht, liebe Leser, mit Blick auf die Kommunalwahl und die anschließende Wahlperiode bis 2020 im Nordkreis zu verbessern ist.

Bezüglich B 57 im Stadtgebiet Alsdorf, sprich Kurt-Koblitz-Ring, wird seitens unserer Leser zum Beispiel die Ampelschaltung kritisiert, die immer wieder zu Wartezeiten und Staus führt. So schreibt ein Leser: „Grüne Welle über mehr als zwei Ampelkreuzungen habe ich noch nie erlebt. Der Ring hat mit viel zu kurzen Grünphasen keinesfalls den Charakter einer Umgehungsstraße, die man stressfrei mit Tempo 70 benutzt, um den innerstädtischen Verkehr zu umgehen.“ Ein anderer Leser merkt zu Ampelschaltungen an: „Ich denke dass die Verkehrsplaner nicht häufig genug die aktuellen Entwicklungen in die vorhandenen Regelungen einfließen lassen, wahrscheinlich auch aus Kostengründen. Straßen oder Baugebiete werden erschlossen, die Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklung werden aber wahrscheinlich ungenügend berücksichtigt“. Anderen Lesern geht es um mehr Sicherheit in Kreuzungsbereichen der B 57.

Probleme beim Linksabbiegen

Auf die Nachfrage, welche Einmündungen bzw. Kreuzungen als Unfallschwerpunkte gelten, nennt Polizeisprecher Paul Kemen gleich drei Stellen im Zuge bzw. im direkten Umfeld des Kurt-Koblitz-Rings, an denen die Ordnungshüter eine „gehäufte Anzahl an Verkehrsunfällen“ registrieren: die Einmündung von Bahnhof-/bzw. Würselener Straße und die Kreuzung mit der Luisenstraße (hier regeln Ampeln den Verkehr), aber auch die Einmündung der Allensteiner Straße in die Luisenstraße unweit des Kurt-Koblitz-Rings. Kemen bestätigt, dass es meistens beim Linksabbiegen zu Unfällen kommt. Zudem gibt es aber auch beim Rechtsabbiegen Konflikte beim Kreuzen der Fuß- bzw. Radfahrerüberwege. Im Jahre 2010 starb dabei ein Radfahrer auf tragische Weise.

Konzept in der Schublade

Besonders den Unfallbereich im Bereich Luisenstraße hat die Polizei laut Kemen im Blick, gerade bezüglich der möglichen Auswirkungen, wenn im Juni die neu errichtete größere Filiale von Aldi und entsprechend der Drogeriemarkt Rossmann öffnet.

In einer Unfallkommission arbeiten Vertreter der Kommune und anderer Behörden zusammen, um Gefahrenpunkte zu entschärfen, wie Alsdorfs Erster Beigeordneter Ralf Kahlen sagte. Dabei gilt es allerdings auch, den für die L 47 (Luisenstraße) und die B 57 zuständige Straßenbauträger mit ins Boot zu holen, in diesem Falle die Landesbehörde Straßen.NRW in Euskirchen. Zuletzt im November 2013 und Anfang 2014 hat die Stadt Alsdorf hier vorgesprochen, um von der Notwendigkeit zum Handeln zu überzeugen.

Es geht um eine Investition im siebenstelligen Bereich, um den Hauptgefährdungspunkt – die Kreuzung Kurt-Koblitz-Ring/Luisenstraße – zu entschärfen, aber auch darum, den Verkehrsfluss zu fördern. Leider, so Kahlen, habe Straßen.NRW die Finanzierung des Projekts um ein weiteres Jahr verschoben. Dabei liegt das Konzept bereits länger in der Schublade, erarbeitet vom Eschweiler Ingenieurbüro Schmelzer, das von Straßen.NRW mit der Ausarbeitung beauftragt worden war. Das Ganze beruht auf einer Diplomarbeit.

Ingenieur Heiko Schmelzer hatte bereits im Jahre 2011 im Stadtentwicklungsausschuss die erhebliche Verkehrsbelastung des Knotenpunktes erläutert. Demnach passieren werktags im Schnitt rund 20 400 Fahrzeuge auf der B 57 die Kreuzung, die westlich gelegene B 221 rund 18.000, die östlich anschließende L 47 über 20.000 Autos. Laut Landesbetrieb Straßen.NRW werden es im Jahre 2025 etwa 22.000, 19.100 bzw. 22.000 Fahrzeuge sein.

Die beabsichtigten Korrekturen: Die Ampelanlage soll von zwei auf vier Phasen umgestellt werden. Auf diese Weise erhielten die Fahrzeuge auf jeder Achse (Nord-Süd und West-Ost), die Linksabbieger sowie die Fußgänger/Radfahrer laut Planer eigene konfliktfreie Ampelphasen. Dies funktioniere aber nur, wenn zusätzliche Rechtsabbiegerspuren angelegt werden. Platz sei hierfür vorhanden, auch wenn dafür Grün weichen muss. Der Bau eines Kreisverkehrs entfalle als Alternative, da hierfür schlicht der Platz fehle, hieß es seitens des Fachbüros.

Bis heute – drei Jahre später – geschah nichts. Immerhin kann man die für die Abbiegespuren reservierten Flächen mittlerweile gut erkennen: Hier legt die Stadt Alsdorf erst einmal Wildblümchenwiesen an . . . Laut Erstem Beigeordneten Kahlen wird es Ende des Monats Gespräche mit hiesigen Bundestags- bzw. Landtagsmitgliedern geben, um Überzeugungsarbeit zu leisten. Diese Volksvertreter sollen sich dann für die Bereitstellung von Mitteln stark machen.

Kahlen favorisiert indes eine noch viel weiter gehende Lösung, die auch im Stadtrat bereits thematisiert worden ist. Angesichts der anschwellenden Fahrzeugdichte müsste der Knotenpunkt nachhaltig entflochten werden: „Eigentlich ist eine Untertunnelung angemessen!“ In Würselen gibt es die bereits als Entschärfung des Knotenpunktes von K 30 (Willy-Brandt-Ring) und Hauptstraße B 264. am nördlichen Rand des Gewerbegebiets Aachener Kreuz.

Und die beiden anderen Unfallschwerpunkte, deren Entschärfung ebenfalls auch den Verkehrsfluss verbessern würde? Laut Kahlen wurde bereits vor Jahren als Lösung für die Einmündung der Würselener Straße in den Kurt-Koblitz-Ring das Anlegen eines Kreisverkehrs vorgeschlagen – nebst Vorentwurf der Kommune. „Hierfür sieht Straßen.NRW aber keine Veranlassung“, bedauert er.

Der Praxistest wird laut Kahlen ergeben, ob nach Eröffnung der neuen Aldi-Filiale von der Allensteiner Straße aus das Abbiegen nach links in die Luisenstraße noch gestattet werden sollte oder gar eine zusätzlich Ampelanlage notwendig wird. Kurz vor der Zufahrt auf den Aldi-Parkplatz hingegen wird die Allensteiner Straße auf Länge einer eigenen Rechtsabbiegespur verbreitert. Im Erschließungsvertrag ist vorgesehen, dass der Investor bei Bedarf weitere Maßnahmen finanzieren müsste. Es bleibe aber abzuwarten, ob nach Abriss der alten Tankstelle, des Pizzaservices und der Videothek der neue Drogeriemarkt unterm Strich mehr Fahrzeugverkehr bringt.

Dann steht auch wieder die Ampelschaltung im Zuge des Kurt- Koblitz-Rings auf dem Prüfstand. Kommt sie doch, die grüne Welle?

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