Mehr Raum für über 73.000 Exponate

Von: bea
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Liebevoll ausstaffiert und präsentiert: Auch authentische Kostüme können die Besucher in Morsbach bestaunen.

Würselen. Der Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) hat es endlich mit Zahlen untermauert, per Fragebogenaktion von der niederländischen Grenze bis hinauf nach Titz: Der Karneval bringt alljährlich ordentlich Geld in die Kassen der Region. Von 50 bis 70 Millionen Euro ist die Rede.

Womit ein für alle Male klar ist: Die Narretei in der so genannten fünften Jahreszeit ist längst mehr als Brauchtumspflege, sondern ein für viele Bereiche unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor.

Diesem Treiben ein Museum zu widmen, war – abgesehen von aller gesellschaftsprägenden Bedeutung des Karnevals schlechthin – alleine wegen seiner pekuniären Bedeutung schon keine jecke Vision, die Reiner Spiertz einst hegte und zusammen mit unermüdlichen Mitstreitern schließlich in die Tat umsetzte.

Über 73.000 Exponate zählt das „Haus des Grenzlandkarnevals“ mittlerweile, das seit August 2005 an der Balbinastraße 3 in Würselen-Morsbach seine Adresse hat. Der Anfang war zäh gewesen, die Raumsuche hatte sich schwierig gestaltet – trotz seinerzeit „und teils heute noch“ leerstehender Schulgebäude in einigen Kommunen, wie das Geleitwort auf der Homepage trotzig darlegt.

„Der Kreis Aachen stellt uns auf dem Flugplatzgelände Merzbrück einen Raum zum Beginn des Sammelns zur Verfügung“, verzeichnet der Vereins-Chronist für den 11. März 2002. Doch bereits zum Ende des Jahres 2005 wurde dieser Platz für andere Zwecke benötigt, drohte der mittlerweile schon stattlich angewachsenen Sammlung an Orden, Kostümen, Dokumenten und Fotos schon wieder die Heimatlosigkeit.

Handelseinig wurde der VKAG endlich im Jahre 2005 mit der Stadt Würselen und ihrem damaligen Bürgermeister Werner Breuer, der für die Museumsidee entbrannte. Am 19. August 2005 zogen die Sammlung und das 1998 gegründete KarnevalsArchiv- und Dokumentationszentrum des Aachener Grenzlandes (KADAG) von Merzbrück in die dreistöckige, über 100 Jahre alte ehemalige Schule von Morsbach um, die der Würselener Stadtrat dem Verein schließlich im Dezember 2005 für den Zeitraum von 25 Jahren zur Verfügung stellte.

Förderanträge an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die NRW-Stiftung Natur, Heimat, Kultur waren erfolgreich, so dass ab 2009 dank hoher Zuwendungen maßgebliche Sanierungsarbeiten vorgenommen werden konnten.

Doch längst platzt das „Haus des Grenzlandkarnevals“ wieder aus allen Nähten. Die Nachbarimmobilie, Haus Nummer 5, zu erwerben, ist das große Ziel. Projektkosten: bis zu 300.000 Euro, die erst einmal eingesammelt werden müssen.

Mächtig rührt der Verein die Werbetrommel, nicht nur, um die Finanzmittel für die Museumserweiterung zu akquirieren, sondern auch, um neue Mitglieder zu gewinnen. Für den 20. März war eine Benefiz-Gala terminiert, die abgesagt werden musste, da Zugpferd Jürgen Beckers schwer erkrankte. Am Freitag, 2. Oktober, ist nun der „Ersatztermin“ .

Natürlich ebenfalls hochkarätig besetzt: „Der kölscheste Westfale in NRW“, nämlich Bernd Stelter, Vollblutkarnevalistin „Änne aus Dröpplingsen“ alias Monika Badtke sowie Bauchredner Klaus Rupprecht und Willi werden für Hochstimmung sorgen. Garantiert.

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