Baesweiler - Mehr Organspender sind dringend nötig

Mehr Organspender sind dringend nötig

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
14199868.jpg
„Hier sitzen die Nieren“: Am Modell verdeutlicht das Privatdozentin Dr. Anja Mühlfeld dem District-Governor Andreas Rupp (von rechts) und Ingo Linn (Förderverein); Prof. Dr. Joachim Kindler (Mitte) und LC-Zone-Leiterin Samira Idries (l.). Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Die Bereitschaft, Organe zu spenden, liegt bei 20 Prozent aller Bundesbürger. Nur ein Fünftel aller Bürger in Deutschland besitzt einen Organspenderausweis. Deshalb „kämpfen wir immer noch gegen Windmühlen“, formulierte Ingo Linn.

Der Vorsitzende des Aachener Förderkreises für Organtransplantationen referierte am Weltnierentag anlässlich des Themenabends „Aktuelle Aspekte der Organspende und Nierentransplantation“ in der Alten Scheune der Burg Baesweiler. Eingeladen hatten fünf Lions Clubs (LC) des Districtes 111 (RS Zone IV.2). In diesem Jahr feiern die Lions Clubs International ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum passte dann auch die Idee des Districtes – dessen Governor Andreas Rupp aus Bonn angereist war – 100 Organspender zu finden.

Dafür wurde eigens eine Sonderauflage an Ausweisen erstellt. Samira Idries, Zoneleiterin und Sprecherin des LC Baesweiler/Herzogenrath begrüßte zu diesem Themenabend Professor. Dr. med. Joachim Kindler als Moderator sowie die beiden Referenten Dr. med. Anja Mühlfeld, Oberärztin an der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen der Uniklinik Aachen und Fördervereinsvorsitzenden Ingo Linn. Die Leitungen der fünf teilnehmenden LCs und weitere Prominenz hieß Samira Idries willkommen. Allerdings musste sie Marion Bauer, Präsidentin des gastgebenden LC Baesweiler erkrankt entschuldigen.

Die vier weltweit größten Hilfsprojekte der Lions stellte Andreas Rupp vor. Dazu gehört der Kampf gegen Erblindung, vornehmlich bei Kindern, der Schutz der Umwelt, die Unterstützung der Tafeln und das größte Thema, die Jugendförderung. Danach widmete sich Ingo Linn unter anderem der gesellschaftlichen Problematik des Themas Organtransplantation. Der von ihm geleitete Förderverein wurde vor 25 Jahren durch den Aachener Universitätsprofessor Heinz-Günter Sieberth gegründet.

Linn beleuchtete die Gesetzeslage und nannte auch Gründe, warum die Bereitschaft zur Organspende nicht so angeschoben wird, wie man es sich wünscht und wie sie sein sollte. „Fehlendes Vertrauen, die Unwissenheit des Organbedarfs sowie Ignoranz und Desinteresse“, gehören nach seiner Auffassung dazu. Sein Ziel und Wunschtraum: „Wenn Sie heute nach Hause gehen, würde ich froh sein, Sie alle für die Organspende sensibilisiert zu haben.“ Sein Spezialgebiet, die Nieren, griff Moderator Prof. Joachim Kindler auf. Zum Weltnierentag betonte er, „Prävention und Bekämpfung von Nierenerkrankungen sind unsere Ziele“. Schädiger Nr. 1 sei das Übergewicht.

Daraus resultieren hoher Blutdruck, Diabetes mellitus oder auch Herz- und Kreislauferkrankungen. In Deutschland wurden 23.000 Nierentransplantationen vorgenommen. 80.000 Menschen sind von der Dialyse ständig abhängig. Joachim Kindler, weltweit renommierter Wissenschaftler rief den Zuhörern ins Gewissen: „Die Organspende gehört in die Mitte der Gesellschaft unter Beteiligung aller Bürger“. Privatdozentin Dr. Anja Mühlfeld gab ihrem 30-minütigen Vortrag fünf Säulen, beginnend mit der Vorstellung „welche Aufgaben haben die Nieren und wie kann man Nierenfunktionen ersetzen“.

Wie eine Nierentransplantation funktioniert und wie die Organspende organisiert ist erklärte Dr. Mühlfeld ebenfalls. Wie kann man Organspendezahlen steigern und auch der Organspende-Skandal wurden ausführlich beleuchtet. Anja Mühlfeld: „Die Nierentransplantation zieht eine bessere Lebensqualität nach sich“. Sie geht meist einher mit längerer Überlebenszeit, sozialer Rehabilitation und bietet gegenüber der Blutwäsche (Dialyse) geringere Kosten. Insgesamt gab es 2178 Spenden, „die Wartezeit auf eine Nierenverpflanzung beträgt aber sechs bis acht Jahre“. Im Anschluß an Vorträge und Fragerunde überreichten die „Löwen“ eine Spende von 2500 Euro an den Förderverein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert