Herzogenrath - Mehr Anreize für Investoren schaffen

Mehr Anreize für Investoren schaffen

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
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Die Bautätigkeit anregen – aber wie? Das beschäftigt die Politik nicht nur in Herzogenrath. Foto: Colourbox

Herzogenrath. Die Ratsfraktionen Unabhängige Bürgerliste (UBL), Bündnis 90/Die Grünen, und Piratenpartei haben im jüngsten Ausschuss für Arbeit und Soziales den Antrag gestellt, den Bestand und Bedarf an öffentlich geförderten Wohnungen in Herzogenrath festzustellen.

Der Antrag wurde bereits im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert. Da war man sich einig, dass besagter Antrag zwar sinnvoll sei, um den Ist-Zustand feststellen und einen entsprechenden Handlungsbedarf formulieren zu können, ansonsten jedoch der Ausschuss für Arbeit und Soziales dafür zuständig sei.

Es wurde die Bitte formuliert, der Umwelt- und Planungsausschuss möge insbesondere bei der Anweisung neuer Wohn- und Baugebiete dafür Sorge tragen, dass die Errichtung von öffentlich gefördertem Wohnraum Berücksichtigung findet. Das könne beispielsweise durch die Festlegung einer Quote erreicht werden, die den Anteil der preisgebundenen Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand festlegt.

„Durchmischung sinnvoll“

Die Verwaltung fände es laut Vorlage sinnvoll, wenn bei Neubaugebieten wie Kämpchenstraße eine Durchmischung mit geförderten Wohnungen über eine Quote geregelt wäre. Eine Bestandsaufnahme sei vor allem wichtig zur Beurteilung bereits bestehender Wohngebiete. Denn: Seit Jahren sei es nicht ohne Grund politisches Anliegen auf Bundes- und Landesebene, für die Bevölkerung ausreichenden, kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Es scheitere aber oft an der Umsetzung – auch in Herzogenrath.

Längst ist bekannt, dass das für alle Kommunen, eine Herausforderung ist. Die Fraktionen sind sich einig darüber, dass man zumindest mittelfristig Lösungen schaffen muss.

Die NRW-Bank hat die Herausforderungen des sozialen Wohnungsbaus zum Anlass genommen, für alle 396 Kommunen des Landes ein sogenanntes Wohnungsmarktprofil zu erstellen. Das Ergebnis: Der Anteil der Sozialwohnungen an der Gesamtzahl aller Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern liegt in Herzogenrath bei 10,5 Prozent und damit 0,9 Punkte über dem Landesschnitt. Allerdings liegt der Bestand um 0,9 Punkte unter dem Durchschnitt der Kommunen vergleichbarer Größenordnung.

Die Prognose der NRW-Bank erwartet für Herzogenrath bis 2030 eine Reduzierung dieses Wohnungsbestandes um 27,5 Prozent. Die Reduzierung liege damit 6,5 Punkte unter der landesweiten Erwartung. Messpunkte waren unter anderem Wohnungsbestand, Bautätigkeit, Bevölkerung, Arbeitsmarkt und Preise.

Bei WB-Scheinen im Mittelfeld

Wie die Verwaltung mitteilt, wurden in Herzogenrath im Jahr 2016 158 Wohnberechtigungsscheine erteilt. In der Relation entfallen damit auf 100 preisgebundene Mietwohnungen 16 Wohnungssuchende. Zum Vergleich: In Alsdorf waren es zehn, in Baesweiler acht und in Würselen 28 (Stolberg 24, Eschweiler 12, Roetgen sieben). Herzogenrath liegt also genau in der Mitte.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Beschlusslage des Umwelt- und Planungsausschusses, künftig 15 Prozent preisgebundene Wohnungen etwa in Neubaugebieten vorzusehen, angemessen.

Hans-Günther Fischer von der UBL-Fraktion fordert, dass man für mögliche Interessenten mehr Anreize schafft. Schließlich denke jedes Unternehmen wirtschaftlich. Und wenn günstiger Wohnraum nicht rentabel sei, suchen sich Bauherren lieber andere Projekte. Die vorgeschlagene Quote hält Fischer allerdings für zu gering. Die könne „deutlicher höher“ gesetzt werden.

Der Vollständigkeit halber: Die NRW-Bank macht solche Erhebungen nicht ohne Grund. Sie bietet ein Förderangebot für private Investoren und Wohnungsbauunternehmer, um preisgünstige Wohnungen neu zu schaffen und Bestandswohnungen zu erhalten. Neben dem Neubau werden der Um- und Ausbau von Bestandswohnungen sowie Modernisierungsmaßnahmen für Barrierefreiheit, Energieeffizienz oder Einbruchschutz gefördert. Lohnen würde sich eine Investition in den meisten Fällen also doch, so Experten.

Im Ausschuss wolle man das Thema im Auge halten und überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, den Anreiz für Investoren zu stärken.

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