Mehr als nur ein witziger Schlusspunkt der Montagsgespräche

Von: Christoph Hahn
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Gespräche am Adventskranz: Journalist Martin Lohmann, Pfarrer Dr. Guido Rodheudt und Diakon Willibert Pauels (von links) gestalteten die letzte 2016er Ausgabe der Herzogenrather „Montagsgespräche“. Foto: Christoph Hahn

Herzogenrath. Das Beste kam, wie fast immer und überall, zum Schluss: Spritzig, witzig und weise ging es beim letzten „Montagsgespräch“ des Jahres im Pfarrheim St. Gertrud am Rande der Herzogenrather Innenstadt zu.

Unter der zurückhaltenden Moderation des Hausherrn, Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, führten der markant katholische Journalist Martin Lohmann und der nicht minder kirchentreue, als Büttenredner „ne bergische Jung“ zur Berühmtheit gereifte Diakon Willibert Pauels einen Dialog vor Publikum, bei dem die Funken nur so stoben.

Obwohl Martin Lohmann in dem traditionell katholischen Milieu, das auch das Leben in der Pfarre prägt, eine absolute Größe darstellt und durch sehr persönliche Glaubenszeugnisse die Zuhörer beeindruckte, überstrahlte Willibert Pauels mit seinem tief im Glauben verwurzelten Humor und seiner herzlichen Offenheit alles Andere.

Ohne sich überhaupt nach vorne zu spielen, nahm seine Ausstrahlungskraft die überaus zahlreichen Menschen im Saal gefangen. Denn zu Beginn der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung, an die sich ein geselliges Beisammensein anschloss, erhielt Pauels die Gelegenheit zu einem Monolog – zu einem Monolog von rund 20 Minuten Dauer, in denen der Mann Gottes auf zugleich berührende und ironische Art von seiner Depression („Gedanken können dich in die Hölle treiben“), deren Behandlung im Neusser Alexianer-Krankenhaus und damit davon erzählte, warum jetzt nicht mehr zwei- bis dreihundert Mal pro Session in die Bütt steigt.

Den Grundton seiner frei gehaltenen Rede hatte Pauels ohne jeden rhetorischen Schnickschnack vorgegeben: „Der Humor steht immer über den Dingen.“

„Unglaubliche Sehnsucht“

Martin Lohmanns Klugheit erwies sich darin, dass er erst gar nicht gegen die ganz natürlich wirkende Brillanz des Diakons aufzutrumpfen versuchte. Er schlug einen ruhigen, dabei bisweilen sehr innigen Ton an. Die Prägung durch Mutter und Vater („Ich hatte das Glück, Eltern zu haben, die ganz normal geglaubt haben“) brachte der Bonner dabei ebenso zur Sprache wie seine Sicht auf das bevor stehende Christfest: „Weihnachten bedeutet: Gott kommt auf unsere Augenhöhe.“

Zudem erwies sich, dass der ehemalige Chefredakteur der in Koblenz erscheinenden „Rhein-Zeitung“ und häufige Talkshowgast nicht gerade zu denen gehört, die Religiosität und Kirche eine tief pessimistische Diagnose stellen. Guido Rodheudts Leitfrage „Gibt es neue Antennen für die Tiefe des Glaubens?“ bejahte Lohmann ohne Wenn und Aber: „Ich spüre immer wieder bei Menschen eine unglaubliche Sehnsucht.“ Jeder einzelne Christ sei aufgerufen, diesen Durst nach mehr zu wecken und zu stillen. Der Journalist forderte von den Gläubigen Aufrichtigkeit im Zeugnis und formulierte darum seinen Aufruf: „Erzählen Sie von ihrem Glauben – und woran Sie zweifeln.“

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