Mehr als nur ein Papier: Religionslehrer bekommen die „missio canonica”

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
als_missiocano_bu
Feierstimmung: Pfarrer Rolf-Peter Cremer, der den Gottesdienst zelebrierte, gratuliert den Religionslehrern zu ihrer Beauftragung. Foto: Andrea Thomas

Alsdorf. Kinder und Jugendliche haben viele Fragen, mit denen sie Eltern und Lehrer manchmal ganz schön sprachlos machen. Geht es dabei um Fragen nach Gott oder den Glauben an ihn, dann geht es um mehr als nur um Wissen.

Einfache Antworten haben hier erst recht keine Chance, gefragt sind Erwachsene, die sie ernst nehmen, die verstehen, die sich auf sie und ihre Fragen einlassen. Kindern und Jugendlichen Antworten geben, ihnen den christlichen Glauben und die Gemeinschaft der Kirche nahe zu bringen, dieser Aufgabe stellen sich in diesem Jahr im Bistum Aachen 107 neue Religionslehrerinnen und -lehrer. 87 von ihnen nahmen bei einer Eucharistiefeier in St. Josef in Alsdorf nun ihre Beauftragung durch den Bischof, die „missio canonica”, entgegen.

Wechselnde Orte

„Missio canonica” bedeutet kirchliche Sendung. Deshalb sei sie auch mehr als nur ein Papier, erklärte Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter der Abteilung Pastoral/Schule/Bildung, der den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Konrad Dreeßen zelebrierte. „Sie ist das Zutrauen des Bischofs in Sie, der Sie damit teilhaben lässt am Verkündigungsauftrag der Kirche.”

Er dankte den jungen Frauen und Männern, dass sie diese Aufgabe auf sich nähmen und sie mit ihrem Lehrauftrag verknüpften. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, die sie unterrichteten, machten sie sich auf, Gottes Wort neu zu entdecken und in unserer Welt erfahrbar zu machen.

Die feierliche Übergabe der Urkunden war eingebettet in den gemeinsamen Gottesdienst. Er findet einmal im Jahr statt - bewusst nicht im Aachener Dom, sondern immer in einer Pfarrkirche in einer anderen Bistumsregion, da, wo Gottes Wort im Alltag zu den Menschen kommt.

Benno Groten, Abteilungsleiter der Abteilung Erziehung und Schule, bat die neuen Religionslehrer nach vorne zum Altar, wo er ihnen gemeinsam mit Pfarrer Cremer ihre „missio canonica” aushändigte. „Das Bistum ist reich an jungen Menschen, die bereit sind, Kindern und Jugendlichen unseren Glauben zu vermitteln. Das freut und macht stolz”, erklärte Groten.

Kreuz aus Patronen

Neben den Urkunden gab es für jeden als stete Erinnerung an den Tag ein kleines metallenes Kreuz, ein Liberiakreuz. Kindersoldaten aus Liberia haben sie aus Patronenhülsen hergestellt, wie Alois Mayer, Beauftragter für Religionspädagogik in den Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land, den Lehrern und ihren Familien und Freunden erläuterte.

Es sei gar nicht so einfach gewesen, für alle noch eines zu bekommen, denn „in Liberia sind - zum Glück - die Patronenhülsen ausgegangen”. Er selbst trage sein Kreuz an seinem Rucksack stets bei sich und wünschte, dass es auch ihnen zu einem solchen festen Begleiter werde.

Als weiteres Dankeschön gab es für jeden am Ende des Gottesdienstes symbolisch eine Rose.

Den Abschluss bildete ein Empfang im benachbarten Pfarrheim, wo sich die frisch berufenen Religionslehrer noch austauschten und gemeinsam auf eine erfolgreiche Zukunft anstießen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert