Mathias Richling hat Pointen am laufenden Band im Gepäck

Von: Christoph Hahn
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Natürlich darf Angela Merkel nicht fehlen: Mathias Richling nimmt mit Vorliebe Politiker aufs Korn. Foto: Wolfgang Sevenich

Baesweiler. Wer Mathias Richling als Meister der virtuosen Stotterns und Stammelns kannte: Das ist jetzt so ziemlich vorbei. Aber zungenflink Pointen setzen und zwar derart schnell wie virtuos, so dass einem schon vom Zuhören schwindlig wird: Das kann der 62-jährige Schwabe immer noch.

Mit seinem aktuellen Kabarettprogramm „Deutschland to go“ hat der Künstler am Samstagabend seinem Publikum beim „Kulturfestival X“ im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Baesweiler eine ziemlich genaue Anschauung davon verschafft, wie gut er das kann.

Alle waren sie da, die in irgendeiner Form für Macht stehen: Angela Merkel natürlich, die zur Raute gegen einander gedrückten Hände inklusive, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel und so viele andere mehr. Hier wurde zugleich deutlich, wie sehr sich Richling von allem Klamauk verabschiedet hat: er ist im Einsatz seiner schauspielerischen Elemente sparsamer geworden. Dafür sitzen die parodistischen Elemente jetzt deutlich genauer.

Den paffenden Altkanzler Schmidt bekam der Stargast jedenfalls mit ein paar Bewegungen der Mundwinkel und aufwärts gerichtetem Blick präzise hin. Kanzlerin Merkel erkennen die Zuschauer trotz minimal eingesetzter gestischer und mimischer Mittel an der Raute. Die Ökonomie im Ausdruck findet in der Sparsamkeit des Bühnenbilds ihre Entsprechung. Wenige Koffer, größtenteils aufgestapelt, genügen Richling als Szenerie.

Doch der Star des Abends lässt nicht nur Prominente en masse aufmarschieren, und er beschränkt sich nicht nur auf Gags wie den, die Regierungschefin zur Casting-Show bei Dieter Bohlen antreten zu lassen. Manchmal spricht er einfach als der, der er auch tatsächlich ist, als Mathias Richling. Sein Plädoyer für Offenheit in der Diskussion über Glauben und Nichtglaube, das er zu Beginn seines rund anderthalbstündigen, pausenlosen Auftritts wirkte jedenfalls wie dem Publikum aus der Seele gesprochen – der Beifall zeigte es deutlich.

Mathias Richling ist übrigens nicht gerade einer, der sofort nach der Vorstellung zu seinen Fans auf Distanz geht. An einem Stand in der Vorhalle signierte der Gast für Scharen von Besuchern CDs und Bücher . Denn „Deutschland to go“ gibt es auch zum Nachlesen, als Buch aus dem Ullstein-Verlag. Und das ließen sich die Zuhörer nicht zweimal sagen.

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