Martin Schulz: Vom Juso-Vorsitz an die Spitze des EU-Parlaments

Von: ehg
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Der SPD-Ortsverein Würselen-Mitte hat Martin Schulz (MdEP, Mitte) für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt – hier mit Laudatorin Ulla Schmidt (MdB, l.) und dem Vorsitzenden des Ortsvereins, Christoph Küppers (r.). Für 25-jährige Mitgliedschaft erhielt Uwe Schulz (2.v.l.) Nadel und Urkunde. Zu den Gratulanten gehörten Landtagsabgeordnete Eva Maria Voigt-Küppers (2.v.r.) und Bürgermeister Arno Nelles (3.v.r.). Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. In einer Feierstunde zum neuen Jahr würdigte der SPD-Ortsverein Würselen-Mitte die vielen Verdienste, die sich sein prominentes Mitglied Martin Schulz, der am 1. Juli 2014 wieder gewählte Präsident des Europäischen Parlaments, in vier Jahrzehnten um die Verwirklichung von Demokratie in seiner Heimatstadt, aber auch in Europa erworben hat.

Die mit allerlei heiteren Anekdoten angereicherte Laudatio über Schulz, der mit 19 Jahren in die Partei eingetreten war, hielt die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Ulla Schmidt. „Vom Juso-Vorsitzenden zum Präsidenten des Europäischen Parlaments – das ist eine Laufbahn, auf die Du stolz sein darfst.“

Er habe das Parlament, in das er 1994 gewählt worden war und in dem er 2004 den Vorsitz der Sozialistischen Fraktion übernahm, in Europa erfahrbar gemacht. Ihm sei es gelungen, das Europäische Parlament ins Bewusstsein der Bürger zu rücken.

Richtiges an der richtigen Stelle

Dass Martin Schulz die Fünf gerade sein lassen könne, das zeichne ihn, den ehemals jüngsten Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen, aus. Streitbar und unbequem zu sein, das sei das größte Lob, das einem Politiker zuteil werden könne. Ulla Schmidt bestärkte „den wichtigen Vordenker in Europa und hervorragenden Demokraten“ darin mit den Worten: „Es ist gut, dass Du so bist!“

Er sage an der richtigen Stelle das Richtige und sei so ein gefragter eloquenter Gesprächspartner. Wie er war die Laudatorin der Meinung, „dass Europa keine Chance hat, wenn 25 und mehr Prozent junger Leute keine Arbeit finden“.

Ulla Schmidt ging auch auf die aktuellen Herausforderungen durch die neue griechische Tsipras-Regierung ein. Sie sagte: „Wir müssen mit ihr darüber reden, wie die Probleme der griechischen Bevölkerung gelöst werden können.“ Sie verschloss nicht die Augen vor den Problemen im eigenen Land. Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfe keinen Platz haben.

„Bei uns sind alle Menschen willkommen“, lief sie bei den versammelten Genossen offene Türen ein. Schmidt mahnte: „Demokratie wird uns nicht geschenkt, sie muss jeden Tag neu erstritten werden.“ In den Kommunen müsse mit Unterstützung des Landes und des Bundes die Grundlage dafür geschaffen werden, „dass wir ‚anständig‘ miteinander leben können“.

In freundschaftlicher Verbundenheit überreichte die langjährige Gesundheitsministerin, assistiert vom Vorsitzenden des Ortsvereins, Christoph Küppers, die vom Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel und der Landesvorsitzenden Hannelore Kraft unterzeichnete Urkunde.

Geehrt wurde neben Martin Schulz für 25-jährige Treue das Mitglied Uwe Schulz. Angeführt von Bürgermeister Arno Nelles gratulierten den beiden Geehrten zahlreiche Weggefährten von Martin Schulz. Dazu zählten sein Vorgänger im Amt des Würselener Bürgermeisters, Bernd Thielen, und sein Nachfolger Wolfgang Peltzer, sowie die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers.

Mit dem Vorsitzenden blickte der Ortsverein auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Mit einem hervorragenden Ergebnis sei Bürgermeister Nelles wiedergewählt worden, alle sechs Kandidaten des Ortsvereins Würselen-Mitte seien in den Rat eingezogen.

Die SPD sei wiederum stärkste Fraktion geworden. Arno Nelles und dem Fraktionsvorsitzenden Stephan Mix sei es gelungen, ein erarbeitetes Konsolidierungskonzept mehrheitsfähig zu machen. Die große Koalition begründete Küppers damit, dass es angesichts der derzeitigen Herausforderungen wichtig sei, mit einer breiten Mehrheit Beschlüsse fassen zu können.

Zweite Heimat für Asylbewerber

Mit Bedauern stellte er fest, dass sich Haushaltsverbesserung und -verschlechterung die Waage halten. Die Forderung der Städteregion nach zwei Millionen mehr Umlage sei so gut wie nicht zu leisten. „Wir haben immer noch in der Städteregion vorne gelegen. Das soll auch so bleiben“, versicherte er, dass weiterhin in den Arbeits- und Wohnungsstandort investiert werde.

„Wir brauchen eine Gesamtschule nicht aus ideologischen Gründen“, hofft Küppers, dass es zum neuen Schuljahr los gehen könne. Investiert werden soll in Betreuungsplätze für Kinder im vorschulischen Alter. Sei es doch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, dass Vater und Mutter gemeinsam arbeiten gehen. Die SPD wolle dafür Sorge tragen, dass Asylbewerber in Würselen eine zweite Heimat finden können.

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