Alsdorf - Marode Hauptschule: Zutritt nicht erlaubt!

Marode Hauptschule: Zutritt nicht erlaubt!

Von: Holger Bubel
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Daraus wird nichts: Eigentlich war der Mitteltrakt (hinten) für die Ganztagsbetreuung der Grundschüler gedacht. Der VabW sollte die übrigen Räume beziehen. Kernbohrungen haben jedoch nachgewiesen, dass eine Nutzung des Bestands lebensgefährlich sein kann.

Alsdorf. Unter dem Strich können sie noch froh sein, die ehemaligen Schüler und Lehrer der Gerhart-Hauptmann-Hauptschule, die mit Schuljahresbeginn nicht ganz freiwillig nach Blumenrath gewechselt sind.

Denn: Ihr altes Schulgebäude in Alsdorf-Ost ist so marode und einsturzgefährdet, dass dessen Betreten auf unbestimmte Zeit untersagt werden muss. Das haben Erkenntnisse von Statikern und Architekten der Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft GmbH, die als Tochtergesellschaft der Stadt mit dem Gebäudemanagement beauftragt ist, im Rahmen der Umbauarbeiten für das Ganztagsangebot der benachbarten Grundschule ergeben. Der Mitteltrakt sollte mit vier Klassenräumen, einer Mensa und dem Lehrschwimmbecken an die Grundschule angegliedert werden - zwecks Nutzung fürs Ganztagsangebot für über 50 der rund 180 Schüler.

„Ein statisches Gutachten hat ergeben, dass der bestehende Gebäudeteil für die schulische Nutzung nicht mehr in Frage kommt”, bestätigt Schuldezernent Stephan Spaltner auf Anfrage dieser Zeitung. Betroffen ist aber nicht nur der Mitteltrakt, in dem bei beginnendem Umbau „die Betondecke über dem Leerschwimmbecken anfing zu schwingen”, wie der Schuldezernent veranschaulichend. Daraufhin erfolgte Kernbohrungen in den übrigen Gebäudeteilen der alten Schule hätten die Vermutung bestätigt, dass deren Nutzung aus technischer Sicht derzeit ebenfalls ausgeschlossen sei. „Auch wenn eine abschließende Stellungnahme unseres städtischen Hochbauamtes zum Gutachten des Aachener Sachverständigenbüro Hegger & Partner noch aussteht, ist davon auszugehen, dass der für die Ganztagsnutzung geplante Gebäudeteil wohl nicht mehr zu retten ist”, sagt Stephan Spaltner - was einen kompletten Abriss nahelegt.

Dies wollte die Stadtentwicklungsgesellschaft weder bestätigen noch dementieren, „weil das Gutachten von uns noch gar nicht ausgewertet worden ist”, sagt Geschäftsführer Günter Jansen und verweist darauf, dass bislang noch nicht einmal der Ausschuss für Gebäudewirtschaft, der am 18. September tagt, über den Zustand der Schule und die Folgen einer Schließung unterrichtet sei. Also: kein Kommentar.

Dieser Ausschuss wird sich noch mit weiteren Problemen auseinandersetzen müssen: Laut Ratsbeschluss vor der Sommerpause sollte der an der Alfred-Brehm-Straße in Ofden beheimatete Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) in die übrigen Gebäude der alten Hauptschule Ost umsiedeln.

Alle schauen in die Röhre

Dafür, so sagt Spaltner, muss jetzt eine neue Lösung gefunden werden, denn das bisherige VabW-Areal gilt als attraktives Baugebiet und soll erschlossen werden. Ein Gedanke wäre, den Verein im Alt-Gebäude der Kellersberger Grundschule unterzubringen, „was jedoch aus Platzgründen eher unwahrscheinlich ist”, sagt Spaltner. In die Kellersberger Grundschule würde nach Informationen unserer Zeitung allerdings auch gerne das DRK wechseln, das derzeit noch im ehemaligen katholischen Kindergarten am Geranienweg in Ofden untergebracht ist. Mit Option auf diesen neuen Standort wäre das DRK bereit, den noch laufenden Pachtvertrag am Geranienweg aufzulösen und den Kindergarten für eine räumliche Umgestaltung zur U3-Betreuung der evangelischen Kirchengemeinde Alsdorf zu überlassen. Denn auch dort gibt es Gedankenspiele, den Hort der Paul-Gerhardt-Kirche an der Theodor-Seipp-Straße Richtung Geranienweg zu verlassen, worüber intern aber noch keine einhellige Meinung herrscht. Auch diese Information liegen unserer Zeitung vor.

Doch bis die Ganztagsbetreuung in Alsdorf-Ost nicht geregelt ist, schauen erstmal alle Beteiligten in die Röhre: Stadt, VabW, DRK, evangelische Gemeinde. Denn als vorläufiges Ausweichquartier für die Betreuungskinder Ost werden jetzt wieder die alten, eigentlich leerstehenden Schulräume im Nachbarort genutzt. Dreimal täglich besteigen die Ofdener Ganztags-Grundschüler samt Betreuern den „Kellersberg-Bus”, der die Kinder nach dem Unterricht eigentlich nur nach Hause fahren soll. „Aus pädagogischer Sicht ist das natürlich nicht sehr sinnvoll, da sind wir auch wenig glücklich mit diesem Ausweichen nach Kellersberg”, sagt Schulleiterin Elfriede Kosch.

Und: Dieses Ganztagsangebot in Ost war ein wichtiges Zugpferd bei der Entscheidung der Kellersberger Eltern, die den Standortnachteil vor diesem Hintergrund in Kauf nahmen. Zwar habe es wegen dieser neuen Situation keinen Proteststurm gegeben, aber: „Zwei Abmeldungen aus Ost mussten wir schon hinnehmen”, sagt die Schulleiterin. Denn: Zwar fahren die Busse nach Schulende nach Kellersberg, doch zurück nach Ost geht es am Nachmittag nur zu Fuß, was manche Eltern nicht hinnehmen wollen. „Langfristig ist das also keine Lösung”, sagt Elfriede Kosch. Zumal wegen der räumlichen Distanz von Schule und Nachmittagsbetreuung der Austausch zwischen Lehrern und Betreuungspersonal unzureichend sei.

„Wir haben die Stadtentwicklungsgesellschaft mit der Lösungsfindung beauftragt”, erklärt Stephan Spaltner. Denkbar seien zwei Möglichkeiten, um das Raumproblem zu beheben: Container-Klassen auf dem angrenzenden Schulhof der alten Hauptschule oder ein Anbau am Bestandsgebäude der Grundschule. Der zweite Weg jedoch scheint kaum realistisch mit Blick auf die Haushaltssituation.

Elfriede Kosch wäre mit beiden Lösungen einverstanden: „Nur schnell muss es gehen, im Sinne der Betreuungskinder”, appelliert sie an Verwaltung, Politik und Stadtentwicklungsgesellschaft. Bis dahin, so der Wunsch der Schulleiterin, sollte gewährleistet werden, dass die Kinder auch wieder mit dem Bus von Kellersberg zurück nach Ost gebracht werden.
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