Markierungen an alter Bahntrasse: Baum-Kleckse alarmieren Leser

Von: Karl Stüber
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Farbkleckse mit Sinn: Im Zuge
Farbkleckse mit Sinn: Im Zuge des geplanten Radwegs auf der alten Bahntrasse in Hoengen werden Bäume gekennzeichnet - aber nicht zum Fällen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Viele Hundebesitzer sind auf der alten Trasse der ehemaligen Bahnlinie unterwegs, die mitten durch Hoengen führt und einst Aachen mit Jülich verband. Die Natur hat sich viel zurückerobert. Da lassen sich Hinterlassenschaften gut unterbringen.

Nicht alle sind mit der Tüte fürs Exkrement zur Hand, um ihre ganz persönliche Spaziergänger-Mine zu entschärfen. Bäume strecken ihr Geäst und Grün weit in und über den Weg. Die Idylle hat durchaus ihren Charme - zumindest teilweise. Seit kurzem ist aber etwas anders, spürt der Hund und sieht das Herrchen.

Große orange-farbene Kleckse prangen auf Bäumen. Waren da jugendliche Sprayer am Werk? Oder sollen die Baüme gefällt werden? Wurde ihnen das Todesurteil auf die Rinde gespritzt? Der Hund schlägt an - und Herrchen Alarm.

Bei der Stadt Alsdorf klingelt es in dieser Sache. Die Verwaltung erfreut sich einer wachsenden Zahl telefonischer Anfragen, teilweise besorgt und mitunter harsch vorgetragen. Was soll das Ganze? Seitens der Alsdorfer Verwaltung wird auf den Radwegebeauftragten der Städteregion Aachen hingewiesen. Der Mann heißt Ralf Oswald.

Für Oswald nimmt auf Nachfrage unserer Zeitung Pressesprecher Holger Benend Stellung zur Baum-Kleckserei. Es ist daran gedacht, die alte Bahntrasse zum Radweg auszubauen. Um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen, ist ein Planungsbüro dabei, ein Konzept zu erstellen. Dabei gilt es zu erfassen, was bleiben soll. Laut Benend sollen gerade die mit Orange gekennzeichneten Bäume stehen bleiben, wenn denn die alte Trasse für Radler ertüchtigt wird. Auf Grundlage der Planung sollen aber erst einmal die konkreten Kosten des Projekts ermittelt und auf dieser Basis notwendige Fördermittel beantragt werden, führt er weiter aus.

2013 soll die Planung abgeschlossen sein. Dann wird das Projekt wieder in den kommunalen Gremien Thema sei. Neben Alsdorf sind weitere Kommunen betroffen, so auch Würselen. Unter anderem war das Projekt Bahntrassenradweg auch im Alsdorfer Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden.

Dort hatte Radwegebeauftragter Oswald nur vage über Kosten gesprochen. Die Rede war von insgesamt zwei bis vier Millionen Euro. 75 Prozent könnten durch Zuschüsse aufgebracht werden. 25 Prozent müsste die Städteregion aufbringen - finanziert durch die Umlage der Kommunen. Zu regeln sei natürlich auch noch die Unterhaltung, sollte denn dieser Weg entsprechend ausgebaut werden.

Das Ganze fußt auf einer Machbarkeitsstudie des Aachener Verkehrsplanungsbüro Kaulen. Das sieht dieses Projekt als wichtigen Beitrag zur Vernetzung vorhandener Radwege und für das Schließen von Radelbahn-Lücken. Rastplätze und Infotafeln sollen auch den Radweg zwischen Aachen und Jülich bereichern.

Hund und Herrchen werden mit viel Verkehr rechnen müssen.
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