Margret Nußbaum liefert humorige Kulturgeschichte der Bekleidung

Von: mas
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„Och, wie süß“! Das Lederhöslein ist ein sehr begehrtes Kleidungsstück. Nicht nur bei Bayern-Fans beliebt. Auch diesem Teil widmete Buchautorin Margret Nußbaum ein bisschen Zeit. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Es ist ein Grundprinzip von Margret Nußbaum. Wenn sie sich einem Thema widmet, dann steigt die Autorin sehr tief in die Geschichte ein. So auch bei ihrem – erneut ausverkauften – Erzählabend. „Jacke wie Hose“, lautete das Thema. Da geht sie in der Alten Scheune der Burg Baesweiler wie selbstverständlich bis Adam und Eva zurück.

Die keine Jacke und auch keine Hose kannten (geschweige denn einen Rock). Also musste das Feigenblatt her. Von einer sehr humorvollen Geschichte eingerahmt, erzählte Margret Nußbaum aus dieser Zeit.

Sie beendete diesen Abschnitt in der Rolle eines französischen Erzählers, der – halb Deutsch, halb Französisch das ganze Drama von der Erschaffung der Welt, des Mannes, der Frau und der Verführung durch den Teufel zum Besten gab. Lachanfälle begleiteten diesen „Opener“, so dass die Autorin ihr Publikum schon zu Beginn sehr sympathisch vereinnahmt hatte.

Aus dem Paradies heraus ging es um das Alter der Kleidung generell. Seit 170.000 Jahren tragen Menschen Kleidung. Margret Nußbaum: „Vorher liefen unsere Urahnen nackt herum, wie Forscher der Universität von Florida herausgefunden haben“. Die „schlauen Jungs und Mädels“ untersuchten dafür Läuse und kamen zu dem Ergebnis, dass die Kleiderläuse zu dieser Zeit entstanden sind. Also muss es da ja auch schon Kleidung gegeben haben. Doch bis zur ersten Hose dauerte es noch lange – auch in hiesigen Gefilden.

Die Germanen übernahmen die Hosenmode von den Kelten – und ernteten Hohn und Spott von den Römern. Während Römer sich nämlich in eine Toga hüllten, trugen Germanen eine Art Vorläufer der Hose. Für Griechen und Römer war die germanische Hose lange Zeit das Symbol der Unkultiviertheit schlechthin.

Feuchtfröhlicher Abend

Auch die Deutsche Bank mit der Misswirtschaft ihrer Manager hat ihr Fett wegbekommen. Vom Herrenanzug zum Hosenanzug der Frau. Das beste Beispiel dafür liefert Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nußbaum: „Die Frau traut sich was, kann ich ihnen sagen!“ Entgegen der britischen Hofetikette entschied sie sich beim Besuch der Queen im vergangenen Jahr für einen ihrer zahlreichen Hosenanzüge. Für die britische Königin war dies Jacke wie Hose.

Es war ihr schnurze, wie sich der Berliner ausdrücken würde – oder ejal, wie die Rheinländer sagen, wenn sie finden, dass etwas Jacke wie Hose ist. Jacke wie Hose wurden ja oft aus einem Stoff gefertigt. Deshalb die Redewendung Jacke wie Hose.

Über die Jogging-Hose, die Jeans in der zusammengefallenen DDR oder den Kilt, den Schottenrock, gestaltete Margret Nußbaum einen feuchtfröhlichen Abend. Den obligatorischen Schnaps inbegriffen. Ihre immer größer werdende Fangemeinde wartet schon auf den nächsten Erzählabend

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