Manes mit „Lott jonn!“ zu Gast

Von: Margret Nußbaum
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Manes Meckenstock brillierte in Baesweiler. Foto: Nußbaum

Baesweiler. Er mischte sich unters Volk, aß mit seinen Freunden erst mal gemütlich in der Außengastronomie der Burg zu Abend und beantwortete zwischen Salatblatt und Roastbeef bereitwillig Fragen. Ein Künstler frei von Allüren, punktete schon vor Beginn seiner Comedy-Show mit Sympathie.

Eigentlich heißt er Jörg Friedrich Hermann. Manes nennt er sich, weil es die rheinische Kurzform von Hermann ist. Mecken-stock heißt seine Mutter. Bekannt ist er seit 1993 durch seine zahlreichen Fernsehauftritte, etwa bei 7 Tage – 7 Köpfe, Mitternachtsspitzen, Zimmer frei. Er moderierte 2011 zum 175. Jubiläum die ARD-Gala des Düsseldorfer Carnevals und palavert einmal monatlich in seiner Sendung „Manes up Jück“ über seine Begegnungen und Beobachtungen des Alltags-Wahnsinns.

Ein Sympathieträger, der keinen Hehl daraus macht, schwul, Broschenträger und ein bekennender Rheinländer zu sein. Hier fühlt er sich zu Hause, hier schlägt sein Komödianten-Herz.

Apropos Brosche: Er sammelt die seit 25 Jahren, die erste hat ihm die Oma vererbt. Und in der Baesweiler Burg ist ein edles Stück aus Strass-Steinchen das schillernde Markenzeichen eines brillanten Unterhaltungskünstlers. Mit politischen Botschaften möchte er sein Publikum nicht vergraulen. Nur eine hat er sich zur Maxime gemacht: „Mensch bleiben!“

Manes Meckenstock nimmt den Alltags-Wahnsinn aufs Korn, etwa die so genannten Helicopter-Mütter: „Die fahren ihre Kinder mit einem Auto zur Schule, das für den Dschungel konzipiert ist, das man aber unbedingt braucht, falls sich in Kaarst oder Baesweiler mal ein Wasserbüffel verirrt.“ Auch Politiker bekommen ihr Fett weg, etwa Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Die Bundeswehr soll familienfreundlicher werden – so eine ihrer Forderungen. Manes Meckenstock folgert: „Dann fährt demnächst Panzer Leonhard mit einem Wickeltisch durch die Gegend.“

Erkenntnisse und Erfahrungen

Am liebsten tritt er im Rheinland auf, sagt Manes. Die Leute hier sind und bleiben katholisch, auch wenn sie aus der Kirche ausgetreten sind, meint er und bringt es herausfordernd-rheinländisch auf den Punkt: „Mer könne esse, drinke und pöppe, wat mer wolle, mer könne et beichten!“ Protestantische Norddeutsche oder Schwaben? Oje! Da hat er schlechte Erfahrungen gemacht und schildert eine Szene mit ihm, seiner Tante Luise – einmal im Monat ist Luisen-Tag – und schwäbischen Geschäftsleuten, die sich über Tante Luise echauffieren. Denn die beginnt unbarmherzig zu lamentieren – über Tratsch im Viertel und zahlreiche Krankheiten mit unappetitlichen Begleiterscheinungen.

„Der Rheinländer isst mit einer Hand“, erklärt Manes Meckenstock. „Denn die andere braucht er zum Lamentieren.“ Und dann passiert’s! Dem Schwaben fällt die Wurst in den Schritt. „Huppsi!“, entfährt es der Tante. Und hast-du-nicht-gesehen greift sie nach dem Würstchen, denn hilfsbereit sind die Rheinländer per se. Der Schwabe reagiert beleidigt und geht. Das Tantchen bleibt sitzen, guckt hinterher: „Kumm, lott jonn!“ Soweit zur Entstehungsgeschichte von Manes Meckenstocks neuem Programm.

Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder auf der Bühne in der Burg Baesweiler stehen wird.

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