Mandolinenkonzert: Gänsehaut bei der Welturaufführung

Von: ehg
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Mit Beifall belohnt: das Orchester „Edelweiß“ Würselen und Mandolinen-Konzert-Gesellschaft Aachen sowie die Solisten. Foto: Sevenich

Würselen. Frühlingsgefühle weckte die Orchestergemeinschaft Mandolinenverein „Edelweiß“ und Mandolinen-Konzert-Gesellschaft Aachen, als sie in der Kirche St. Pius X. mit ihrer ausgezeichneten Akustik einen bunten musikalischen Strauß band.

Durch die Verpflichtung technisch versierter Solisten gewann das facettenreiche Konzert an klangvoller Gestalt und musikalischer Farbe. Durch das an Höhepunkten reiche Programm führte „Edelweiß“-Vorsitzender Herbert Lürken, während Friedhelm Schütz engagiert den Taktstock schwang und dabei die Solisten gefühlvoll in den Klangkörper einbezog.

Eingestimmt wurde in das schöne Konzert, das von den Besuchern mit viel Beifall bedacht wurde, durch eine schwungvolle Ouvertüre von Alphonse Herman, dessen Lebensdaten immer noch nicht bekannt sind. Arrangiert wurde seine Komposition „La Couronne D‘Or“ (Goldene Krone) von dem bekannten Komponisten Mario Maciocchi.

Das Orchester imponierte durch ein schönes Zusammenspiel zwischen den einzelnen Teilen, wobei sich Mandolinen und Gitarren abwechselnd prächtig in Szene setzen. Dann ein Abstecher zum „Karneval in Venedig“, in hiesigen Breiten bekannt unter Text und Melodie von „Ein Hut, der hat drei Ecken“. Als Solisten begrüßte das spielfreudige Orchester das Ehepaar Gudrun Kierdorf-Oleniecki und Piotr Oleniecki, beide Mitglieder des Sinfonie-Orchesters Aachen, auf die nach dem Konzert in Würselen noch vier Stunden „Tannhäuser“ im Theater Aachen warteten.

Als Klarinettistin und Violinist zogen sie ihr Publikum in ihren Bann, virtuos und brillant. Im Vorspiel zum dritten Akt aus der Oper „Carmen“ von George Bizet präsentierte sich neben den Eltern auch Sohn Marcel (Querflöte) mit einer wunderschönen Darbietung. Die drei Solisten entsprachen in dem Familienkonzert dem Wunsch des „Edelweiß“. Das Problem: Es mangelte an Literatur für drei klassische Instrumente und Zupforchester. Piotr fand das dargebotene Stück, das Horst Prell, Mitglied des Orchesters, in Noten für ein Zupforchester setzte.

Die Konzertbesucher erlebten eine Welturaufführung: „Carmen“ für drei Solisten und Zupforchester. Bei der geforderten und bereitwillig gewährten Zugabe genossen die Besucher noch einmal wunderschöne Musik – mit Gänsehaut-Feeling!

Der Altmeister für Originalkompositionen, Theodor Ritter, grüßte mit einem „Nächtlichen Ständchen“. Bekanntschaft machte das Publikum mit einer modernen Tonsprache. Warum Gerhard Winklers „Neapolitanisches Ständchen“ in der Beliebtheitsskala seiner Stücke ganz oben steht, darauf lieferten das Ehepaar Oleniecki und das Orchester eine spritzige Antwort.

Ein Ohrwurm, wie er im Buche steht. Bei der „Suite Americana“ für Gitarren-Ensemple mit Kontrabass schlugen Horst Prell, Renate Reich, Helga Eissler und Peter Sous sowie Manfred Backes eine Seite der amerikanischen Musikszene auf. Gute Technik und ausgefeiltes Zusammenspiel machten die Darbietung zu einem großartigen Hörgenuss, wobei sich die fein gewebten Melodienfolgen klangvoll vereinigten. Als Kontrast dazu erklang das Divertimento D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozert, das in unterschiedlicher Besetzung auch als „Tafelmusik“ gespielt wird. Bravourös setzte sich Marcel Oleniecki auf seiner Flöte in Szene.

Der ihm für eine reife Leistung gezollte Beifall kannte kein Ende. Mit dem „La Campagne de S. Lucio“ ließen drei Musikantinnen ihre Handglocken unter der Leitung von Andrea Katzenburg erklingen. Ein musikalischer Leckerbissen eines anderen Genres, aber nicht minder schön. Dass auch heute die Glocken von Vineta bisweilen aus den Tiefen des Meeres zu vernehmen sind, das registrierten die Konzertbesucher mit Genuss.

Mit einem heiteren Intermezzo verabschiedete sich das gut eingestellte Orchester von seinem begeisterten Konzert-Publikum, auf ein Wiederhören im nächsten Jahr!

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