Manager soll Klimaschutz in Alsdorf übernehmen

Von: Holger Bubel
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Auf 120 Seiten sind Ist- und Wunsch-Zustand in Sachen Energie, Nachhaltigkeit und Umweltschutz festgehalten. Ein Maßnahmenkatalog soll ab 2015 mit Hilfe eines Klimaschutzmanagers umgesetzt werden. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Das Logo sagt es bereits: der Schriftzug „Voller Energie“ schmückt das grafische Element. Voller Energie sieht die Stadt Alsdorf sich gerne. Nicht ganz unbegründet, denn mit der Bergbaugeschichte im Rücken und dem sich in der Fertigstellung befindlichen Energeticon (September 2014), das die Entwicklungslinie der Energie „von der Sonne zu der Sonne“ zeichnet, macht die Stadt in Sachen Energie auf sich aufmerksam.

Doch was sich auf einem guten Weg befindet, kann durchaus noch besser werden – so auch der allgemeine Tenor bei der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses und der kurz darauf folgenden Ratssitzung: Ein Klimaschutzmanager soll ab 2015 in Sachen Energie den Bemühungen von Rat und Verwaltung, einen erarbeiteten Maßnahmenkatalog in die Tat umzusetzen, zur Seite stehen.

Das war unter anderem ein Ergebnis aus dem Klimakonzept vom „Interkommunalen Klimaschutzmanagement Städteregion Aachen“ für Alsdorf. Erstellt hat es die Firma Gertec im Auftrag der Städteregion. Helene Püllen, Projektbeauftragte vor Gertec, stellte das erarbeitete, über 120 Seiten starke Konzept im Stadtentwicklungsausschuss vor: „Die Stadt Alsdorf hat einen Schritt in ihrem Klimaschutzkonzept getan, der außergewöhnlich zu nennen ist“, sagte sie mit Bezug auf die enge, überkommunale Zusammenarbeit in der Städteregion. „Das Konzept enthält alle Bausteine, die ein Integriertes Klimaschutzkonzept auszeichnen, wie Energie- und CO2-Bilanz, Emissionsminderungspotenziale, Akteursbeteiligung, Maßnahmenprogramm.“

Für Alsdorf hat das Unternehmen eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellt. Zu den Stärken gehören etwa die abgeschlossene Entwicklung des Anna-Areals, das Stadtmarketing, das Bürgerengagement oder die ÖPNV-Anbindung, zu den Schwächen die Personalausstattung, geringe interkommunale Zusammenarbeit oder die inhaltliche Gestaltung des Energiemanagements. Optionen zur Verbesserung des Status quo lägen aber etwa im Klimaschutzgesetz NRW, den Aktivitäten von Altbau Plus und der Verbraucherzentrale vor Ort sowie im hohen bürgerschaftlichen Engagement und im Radverkehrskonzept.

Was in den kommenden fünf Jahren, also bis 2012, in Alsdorf angepackt werden kann, dazu bietet das Konzept auch konkrete Vorschläge: etwa die Weiterentwicklung der Elektromobilität, die Gründung einer Energiegenossenschaft, Optimierung von Energieberatungsangeboten etc. Auch die Einführung eines Klimaschutzmanagements regt das Konzept an. Hierbei sei der Einsatz eines entsprechendes Managements in der Verwaltung angezeigt, führte Helene Püllen aus.

Dass ein solcher Klimaschutzmanager eine sinnvolle Personalie im Rathaus sei, darüber herrschte parteiübergreifend Konsens, weniger übereinstimmend war die Meinung zur Befristung dieser Stelle. In der Beschlussvorlage ist lediglich eine Anstellung von drei Jahren vorgesehen: Hintergrund: Über diesen Zeitraum wird die Stelle mit 85 Prozent aus Bundesmitteln finanziert, eine Anschlussförderung mit 40 Prozent über zwei Jahre ist möglich – aber nicht garantiert, wie Ausschuss-Gast Uwe Zink, Umwelt-Dezernent der Städteregion, ausführte. Dies bewog die Mehrheit in Ausschuss und Rat zur entsprechenden fördermittelabhängigen Klausel.

Über den Passus in der Vorlage, dass zur weiteren Anstellung „die Haushaltsmittel dafür zur Verfügung stehen“ müssen, stolperten vor allen Dingen die Grünen. „Was passiert denn nach drei Jahren? Werden dann die Bemühungen um das Klimakonzept wieder eingestellt?“, befürchtete etwa im Stadtentwicklungsausschuss der Sachkundige Bürger Hartmut Malecha.

Letztlich wurde der Beschluss aber mit großer Mehrheit vom Rat abgesegnet. Die Verwaltung ist nun beauftragt einen entsprechenden Antrag für die Stelle eines Klimamanagers zu erstellen.

Das Konzept steht der Öffentlichkeit auf der Homepage der Stadt Alsdorf als Anlage zum Stadtentwicklungsausschuss vom 27. März 2014 zum Nachlesen zur Verfügung.

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