Malteser ehren unermüdliche Helferin

Von: Andrea Thomas
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Engagiert und ausgezeichnet: K
Engagiert und ausgezeichnet: Käthe Schwartz. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Im Mittelpunkt stehen und eine Auszeichnung zu bekommen, das ist so gar nicht die Sache von Käthe Schwartz. Gefreut sie sich über die Gedenkmedaille, die ihr der Malteserorden mit Sitz in Rom für ihren über 20-jährigen Einsatz für die Herzogenrather Rumänienhilfe verliehen hat, aber doch.

Sie sieht darin vor allem ein Zeichen der Wertschätzung. In der Rumänienhilfe, deren Mitgründerin und Vorsitzende sie ist, steckt ihr Herzblut - und noch viel mehr. Mit ihrem Mann, Alt-Bürgermeister Gerd Schwartz, ist sie der Motor der Hilfsinitiative. „Manchmal ist es schon ein wenig viel”, sagt sie. Bei ihnen zuhause laufen alle organisatorischen Fäden zusammen, sei es für die Hilfstransporte oder die Spendenannahme.

Das Telefonklingeln gehört zum Alltag, genauso wie die Abgabe von Sachspenden von Menschen, die zur offiziellen Abgabezeit (immer dienstags 14 bis 16.30 Uhr in den Pavillonklassen der Europaschule in Merkstein) nicht können. „Wir würden bestimmt ein kleineres Auto fahren, wenn ich nicht dauernd Spenden nach Merkstein mitnehmen würde”, sagt Gerd Schwartz, der nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben und der Kommunalpolitik aktiv in die Rumänienhilfe eingestiegen ist.

Gegründet wurde die Hilfsinitiative vor 22 Jahren, weil Käthe Schwartz und eine Handvoll Mitstreiterinnen die Bilder vom Elend in Rumänien nicht losließen. „Wir haben diskutiert, da muss man doch was tun”, erinnert sie sich. Zunächst traf sich die Frauengruppe in der CDU-Geschäftsstelle in Herzogenrath, später unter anderem im Bahnhof und der alten Feuerwache. Sie sammelten Sachspenden für die notleidenden Menschen und konnten schon bald einen ersten Transport nach Rumänien schicken. 1991 entstand der Kontakt zu den Maltesern in Arad, einer Stadt mit 180.000 Einwohnern im Westen von Rumänien, 70 Kilometer von der ungarischen Grenze, mit denen sie seitdem als Partner vor Ort zusammenarbeiten.

Hoher Altersdurchschnitt

Seit 2003 ist die Rumänienhilfe Herzogenrath ein eingetragener Verein. 137 Mitglieder hat er derzeit, darunter sind 23 Aktive, denen das Ehepaar Schwartz besonders dankt. „Eine ganz besondere Gruppe.” Der Altersschnitt liegt bei 73,7 Jahren, fünf sind schon über 80. Seit 2001 hat der Hilfsverein seine Räume in den Pavillonklassen, die ihm die Stadt Herzogenrath kostenlos zur Verfügung stellt. Die Pavillons sind marode, immer wieder hat der Verein selbst Hand angelegt, um sie einigermaßen in Stand zu halten. Dennoch: „Wir sind eine kleine Hilfsorganisation, die jeden Cent und jeden Schuhriemen den Bedürftigen zukommen lässt”, sagt Gerd Schwartz nicht ohne Stolz. Müssten sie teuere Miete für eine Halle zahlen, wäre dies nicht möglich.

Viele Eindrücke

Das Spendenaufkommen ist ungebrochen („Wir nehmen alles, was der Mensch zum täglichen Leben braucht, die einzige Bedingung, es ist sauber und ganz”) und füllt pro Jahr viermal einen 40-Tonner, der sich auf den Weg nach Arad macht. Zweimal im Jahr reist auch Käthe Schwartz selbst hin, um zu schauen, dass alles auch dort ankommt, wofür es gedacht ist.

Sie ist gerade von einer Reise zurück, von der sie neben der Auszeichnung, die sie auf Initiative der Malteser in Rumänien erhalten hat, auch wieder eine Vielzahl von Eindrücken mitgebracht hat: Seit dem EU-Beitritt gebe es auch in Rumänien Geschäfte mit großem Sortiment. Jedoch könne sich dies kaum einer leisten. Die Felder lägen brach, obwohl ein Teil der Bevölkerung Hunger leide. Es fehle an Geld und an jungen Menschen, die etwas aufbauen.

„Wer kann, verlässt das Land. Zurück bleiben, die die nicht weg können, die Alten, Kranken und Kinder”, berichtet Käthe Schwartz. Korruption blühe und gedeihe. Das sei alles oft zermürbend. Doch entschädigt sie die Dankbarkeit der Menschen, wenn sie zum Beispiel Schulmöbel, rare Medikamente oder Kleidung zum Schulanfang bekommen. Der Herzogenrather Verein unterstützt neben den bedürftigen Menschen aus Arad und Umgebung auch Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser vor Ort.

Wichtiger denn je

Eine Hilfe, die, wie Käthe Schwartz sagt, nötiger ist denn je. In diesem Jahr wird sich daher auch noch ein fünfter Transport auf den Weg machen. Dafür die notwendigen Gelder aufzutreiben, ist nicht immer einfach. Geldspenden sind daher ebenso willkommen, wie Helfer, die die älter werdenden Aktiven entlasten.

„Wir dürfen die Menschen dort doch nicht im Stich lassen”, sagt Käthe Schwartz.

Annahme von Sachspenden: Dienstag 14 bis 16.30 Uhr, Unterkunft der Rumänienhilfe in den Pavillonklassen der Europaschule, Albert-Schweitzer-Straße, Merkstein, sowie nach Vereinbarung.

Kontakt: Rumänienhilfe Herzogenrath e.V., Käthe und Gerd Schwartz, Telefon/Fax: 02406/4404, Email: schwartz.gerd@gmx.de.

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