Malerin in der digitalen Welt

Von: Nina Krüsmann
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Fasziniert von Symbolik: Hella
Fasziniert von Symbolik: Hella Frowein-Hagenah. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. In ihrer ersten großen Einzelausstellung „spürbar malerei.digital” zeigt Hella Frowein-Hagenah in der Villa Herzogenrath, Roermonder Straße, eine Mischung aus herkömmlicher Malerei und digitaler Bearbeitung.

Die 1959 in Remscheid geborene Diplom-Designerin, findet ihre Themen meist in den realen oder medialen Begegnungen des Alltags. „So kann die reale Begegnung mit einem Obdachlosen ebenso wichtig für mich sein, wie die mediale Begegnung mit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima.” Die Motive entstehen durch fotografische Umsetzung.

Sei es, dass die Künstlerin diese selbst fotografiert oder aber aus den Medien abfotografiert, wie etwa aus Reportagen über Fuku-shima. „In der Bearbeitung werden sie auf den Kern zurückgeführt, und darüber hinaus soweit reduziert, dass nur noch das Symbolhafte eines Motivs zu spüren ist.” In dieser digitalen Bearbeitung entsteht eine Flut von Bildern, in einer Geschwindigkeit, die sich rein malerisch nicht mehr nachvollziehen lässt. Aus dem Bedürfnis heraus, diesen Prozess sichtbar zu machen, entstanden zuletzt digitale Collagen, die für Frowein-Hagenah eine neue „Poesie des Sehens darstellen. Es sind Bilder, die durch die Überlagerung oder Abfolge auch in neue Bedeutungszusammenhänge gelangen.”

Der Faktor Zeit im Bezug auf die Wahrnehmung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. „So ist es bei allen Bildern zu Fukushima das gemalte Bild, welches im Gegensatz zu der schnellen digitalen Darstellung und Berichterstattung unserer durchorganisierten digitalen Welt steht”, erläutert die Künstlerin.

Der Betrachter soll selbst entscheiden, ob die Bilder oder die digitalen Collagen einprägsamer sind. Im Bereich ihrer Arbeiten in Schwarz-weiß hat die Künstlerin die Bildinhalte auf das Wesentliche zurückgeführt. „Hier schließt sich der Kreis zur digitalen Welt, die aber in dieser Art der Darstellung auch Möglichkeiten bietet, die Zeit in einer Art Versenkung über dem Motiv zu vergessen. Und sich auf den Kern unserer Wahrnehmung bezieht.”

Die Werke bestehen aus digitalen Bildfolgen, aus großformatigen Öl- und Acrylbildern, digital bearbeiteten Bildwerken auf Fotopapier oder aber aus Tintenstrahldrucken auf Büttenpapier. Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation in Düsseldorf arbeitete Frowein-Hagenah einige Jahre als Art-Direktorin in einer Düsseldorfer Werbeagentur. „Deren Anspruch auf Klarheit in der Umsetzung von Werbebotschaften hat mich entscheidend geprägt”, sagt die Künstlerin. Während der Familienzeit widmete sie sich ihrer im Studium entstandenen Leidenschaft, dem Zeichnen.
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