Alsdorf - Maikundgebung: „Denn Leben ist mehr als Arbeit“

Maikundgebung: „Denn Leben ist mehr als Arbeit“

Von: mabie
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Redner und SPD-Bundestagskandidat: Detlef Loosz, seines Zeichens ehemaliger Bezirksleiter der IGBCE Alsdorf, sprach bei der Maikundgebung auf dem Gelände der Alsdorfer Burg. Foto: Markus Bienwald
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Mehr als 250 Gäste waren zur Maikundgebung an der Alsdorfer Burg gekommen: darunter auch Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders (3.v.r./1. Reihe) und MdL Eva-Maria Voigt-Küppers (2.v.r./1. Reihe). Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. „Fürs Wetter haben wir gesorgt, für den Rest müsst ihr sorgen“: Damit beschloss Redner Detlef Loosz (SPD) seine Ansprache bei der Maikundgebung an der Alsdorfer Burg. Auf Einladung des IGBCE-Bezirks Alsdorf versammelten sich dort am Tag der Arbeit mehr als 250 Besucher bei strahlendem Sonnenschein.

Doch ähnlich wie beim schön scheinenden, aber kalten Wetter, machte Loosz bei der aktuellen Situation der Beschäftigten in Deutschland eine atmosphärische Schieflage vor allem in der Politik aus. „Sie haben immer noch nicht verstanden, dass gute Arbeit ihren Preis haben muss“, so der ehemalige Bezirksleiter. Vor allem Niedriglohnjobs, Minijobs und befristete Stellen waren ihm dabei ein Dorn im Auge.

Hier müsse zum einen das Erfolgsmodell der Mitbestimmung greifen, zum anderen gelte es, Arbeitsplätze zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen, von ihrer Hände Werk auch zu leben. „Die Arbeitsarmut nimmt immer mehr zu, schlechte Löhne und schlechte Bedingungen auch“, machte er deutlich. Zudem müsste es ein Umdenken in den Ansprüchen an die Arbeitnehmer geben. „Arbeit ist heutzutage total entgrenzt, für viele in räumlicher, aber für noch mehr Leute in zeitlicher Hinsicht“, so Loosz weiter, „es wird immer mehr verlangt, immer schneller gearbeitet und immer mehr kon-trolliert.“ Gegen den Psychostress am Arbeitsplatz forderte er neue Regeln, um die Gesundheit am Arbeitsplatz zu erhalten. „Denn Leben ist mehr als Arbeit“, sagte er.

Nicht zuletzt auch für Frauen müsse es möglich sein, mit der gleichen Arbeit wie bei den Männern auch das gleiche Geld zu verdienen. Mit einem Entgeltgleichheitsgesetz könnte es geschafft werden, Familie und Beruf, Karriere, Aufstieg und Führungsverantwortung zu vereinen. „Das schafft kein Betreuungsgeld“, sagte er unter dem Beifall der Gäste. Hinsichtlich des beklagten Fachkräftemangels sah Loosz die Lösung vor allem in guter Ausbildung und Bildung. Dazu müsse die Politik allerdings auch Geld in die Hand nehmen, „denn Fachkräftesicherung gibt es nicht zum Nulltarif“.

Größtes Thema des Mannes, der als „Arbeitnehmer für Berlin“ um Stimmen wirbt, ist aber der Mindestlohn. Fünf Millionen Menschen verdienten pro Stunde unter 8,50 Euro und eine Million Menschen sogar unter fünf Euro. „Von solchen Hungerlöhnen kann keiner leben“, schloss Loosz. Hier müsste ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro her, forderte er. Mit einem Blick auf die für ihn haltlose Situation bei den Minijobs, der Forderung nach sicheren Renten und gegen die Altersarmut und gegen die Marktgläubigkeit in Europa, schloss er seinen engagierten, rund 30-minütigen Vortrag. „Geld ist in Deutschland mehr als genug vorhanden, allerdings ist es immer schlechter verteilt“, fand er abschließend.

Dem schloss sich natürlich auch Bezirksleiter Manfred Maresch an, und zu den Klängen des ersten Aachener Akkordeonorchesters war mit diesen Worten von Loosz für viel Gesprächsstoff gesorgt.

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