Alsdorf - Maikundgebung: Absage an rechte Gesinnung und Gewalt

Maikundgebung: Absage an rechte Gesinnung und Gewalt

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
12163044.jpg
Bezirksleiter Manfred Maresch ging in seiner Festrede nicht nur auf die aktuelle Rentendiskussion ein: Der Einsatz für eine nachhaltige Energiewende ... Foto: Markus Bienwald
12163048.jpg
... wurde von den Gästen der Maikundgebung im Alsdorfer Burgpark mit Beifall quittiert. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Der 1. Mai ist nur ein Feiertag? Nicht für Gewerkschaftler wie Manfred Maresch, Bezirksleiter bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), der zum Maifeiertag die Festrede im Alsdorfer Burgpark hielt.

„Fünf-Tage-Woche, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, 40-Stunden-Woche, bezahlter Urlaub, Urlaubsgeld, Kündigungsschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz“, nannte er als Auswahl dessen, was in nunmehr 126 Jahren „Tag der Arbeit“ auf der Habenseite der Gewerkschaften steht. „Wir haben viel erreicht und noch viel vor“, meinte er zu den Gästen, die sich im Schatten der Burg bei kühlem Maiwetter mit der IG BCE solidarisch zeigten.

Getreu dem diesjährigen Motto „Es ist Zeit für mehr Solidarität“, holte Maresch nicht zum Rundumschlag aus, sondern setzte vielmehr den Fokus auf einige aktuelle Punkte und Dauerbrenner. Zu den Letzteren darf ohne Zweifel die Diskussion um die Braunkohle gezählt werden, die Maresch als „Partner, nicht Gegner der Energiewende“ sah. „Denn gerade die Braunkohle ist in der Lage, die Brücke in das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu bilden“, sagte der Bezirksleiter. Eine Energiewende könne ohnehin nur dann erfolgreich sein, wenn sie richtig gemacht werde.

Dazu sei beispielsweise ein Fahrplan für den Ausbau von Speichertechnologien nötig, der von der Bundesregierung erstellt werden müsse. „Deutschland muss überzogen werden mit einem Netz von Speichern, die den Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen können“, sagte Manfred Maresch. Die Gewerkschaft und die Mitarbeiter der Energiebranche sah er dabei als Partner der Wende, „aber, wenn wir den betroffenen Branchen jetzt noch höhere Sonderlasten aufdrücken, wird es langsam knapp.“

Auch in Sachen Mindestlohn war Maresch ein Freund klarer Worte. „8,50 Euro sind die unterste Grenze des Anstands“, sagte er, „für weniger sollte kein Mensch hart arbeiten müssen. Als Erfolg führte er beispielsweise an, dass in Ostdeutschland die Löhne seit der Einführung des Mindestlohns um mehr als acht Prozent gestiegen seien. Eine Kampfansage ging in Sachen Leiharbeit und Werkverträge durch die Lautsprecher. Der Missbrauch dieser Sparte müsse laut Maresch „endlich beendet“ werden.

Auch die aktuelle Flüchtlingspolitik war Thema. Maresch sprach sich für ein Grundrecht auf Asyl aus, „ohne Wenn und Aber“, und basierend auf der demokratischen Grundordnung. Rechten Gesinnungen erteilte er eine bedingungslose Abfuhr: „Wir lassen unser Land nicht von einer Minderheit aus der rechten Ecke spalten“. Gegen Gewalt, gegen Hysterie zu sein und das gezielte Aufwiegeln zu verhindern, dass sah er für jeden Demokraten als wichtiges Ziel an.

Kampagne geplant

Und noch bevor der Erste Aachener Akkordeon-Club zu seinem weiteren Programm anhob, steuerte Maresch noch das Thema Renten an. So sei das Sinken der gesetzlichen Rente eine Tatsache, jetzige Arbeitnehmer müssten künftig mit weniger Geld auskommen als heutige Rentner. „Das kann nicht fair sein, denn wer immer ordentlich Beiträge einzahlt, der hat auch Anspruch auf eine gute Rente und nicht nur auf Grundsicherung oder ein bisschen mehr“, unterstrich er.

Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) soll das Thema „menschenwürdige Rente“ zu einer Kampagne werden und auch im kommenden Wahlkampf eine Rolle spielen. „Der Kurs ist klar: Wir müssen die gesetzliche Rente stark halten, und die betriebliche Rente stärker machen“, schloss er unter dem Applaus der Gäste im Alsdorfer Burgpark.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert