Mai-Klassik-Festival: Kulisse, Künstler und Klang stimmen

Von: Markus Bienwald
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Am zweiten Tag des dreitägigen Festivals: Martin Spangenberg (Klarinette), Eszter Haffner (Violine), Herbert Kefer (Viola) und Othmar Müller (Violoncello). Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Es war wohl das Sommerwetter, das bei der inzwischen sechsten Auflage des Mai-Klassik-Festivals im Alsdorfer Energeticon dafür gesorgt hatte, dass eigentlich fest gebuchte Plätze nicht eingenommen wurden. Trotzdem strahlte Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter bei der Begrüßung der Gäste Zufriedenheit aus.

Diese wurden durch die Worte von Prof. Hans-Christian Schweiker, dem musikalischen Kopf hinter dem Programm, noch gesteigert. Der dankte nämlich dafür, dass sich im früheren Fördermaschinenhaus des Energeticons nicht nur ein ausgesuchtes Ensemble auf der Bühne, sondern auch ein fachkundiges und begeistertes Publikum eingefunden hatte.

Manchmal etwas sperrig

„In der Pause des ersten Konzertes dieser Auflage am Freitagabend hörte man auch Kritik an dem vielleicht nicht so eingängigen Programm“, erwähnte Richter. Dass aber gerade auch Komponisten oder Stücke den Weg auf die Bühne im von Technik geprägten, aber mit einer traumhaften Akustik gesegneten Fördermaschinenhaus finden, sei durchaus so gewollt. Eben der Mix aus der industriellen Ästhetik, der von Richter immer wieder gern beschworenen „Energie des Ortes und der Musik“, und den vielleicht manchmal etwas sperrigeren Stücken mache die Mai-Klassik ja aus, betonte er.

Ausgezeichnete Namen

Dass diese Veranstaltungsreihe nun zum dritten Mal in Folge auch Teil des euregionalen Kulturprogramms „Charlemagne“ sei, mache ihn ebenso stolz, und so sei die „Mai-Klassik“ für das Energeticon im kulturellen Sinne so etwas wie die „Tagesschau“ bei der ARD: ein Aushängeschild.

Und das durfte in diesem Jahr wieder mit ausgezeichneten Namen glänzen. So waren neben Prof. Schweiker am Violoncello beispielsweise Hyun Jung Kim-Schweiker am Flügel, der unvergleichliche Martin Spangenberg mit seiner Klarinette, Eszter Haffner und Franziska Hölscher an der Violine, Herbert Kefer an der Viola und Othmar Müller am Violoncello dabei. Sie sorgten bei drei sorgsam abgestimmten musikalischen Feinkost-Häppchen am Freitagabend, Samstagabend und Sonntagmittag für klassischen Hochgenuss.

Und wenn beim Programm etwas herausstach, dann waren es wohl Stücke wie Boccherinis Streichquintett C-Dur (op. 30 Nr. 6). Es ging dabei um einen überaus gelungenen Versuch, das pulsierende Leben der spanischen Metropole Madrid einzufangen.

Die Musiker spielten sich in ihrer überragenden Interpretation die Bälle zu, waren aber immer eins im Ton und im Wunsch, die Gäste mit einem zufriedenen Gesicht zu versorgen. Und so war es auch am dritten Tag des diesjährigen Mai-Klassik-Festivals in Alsdorf.

Auch wenn Harald Richter dann wegen einer von ihm geleiteten Führung durch das Energeticon nicht mehr dabei sein konnte, übernahm Schirmherr und Bürgermeister Alfred Sonders den Lobgesang, der später auch in der hervorragend eingespielten Klassik seinen Niederschlag fand. „Lassen Sie sich verzaubern und überraschen“, hatte Harald Richter am Anfang, am Freitagabend so passend versprochen.

Und wer den Weg nach Alsdorf fand, um sein längst gekauftes Ticket auch einzulösen, der dürfte genau das erlebt haben.

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