„Mai Klassik“ bietet feinste Hörgenüsse

Von: mabie
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Feinstes Zusammenspiel, auch mit den Bühnengästen: Das „Trio Testore“ begeisterte erneut sein Publikum im Energeticon. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Für klassische Musik auf internationalem Niveau standen schon die bisherigen drei Auflagen des „Mai Klassik“-Festivals in der ehemaligen Zechenstadt. Dass letztere tatsächlich eine Stadt voller Energie ist, bewies auch das Angebot von drei hervorragenden Konzerten bei der jüngsten Auflage am Wochenende.

Grund dafür war nicht nur gewählte Ort der drei beeindruckenden Konzerte. Das Energeticon zeigte sich zwar schon bei früheren Auflagen als exzellent geeignetes Konzerthaus. „Wir haben die Akustik aber nochmals verbessert“, freute sich Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter bei der Eröffnung am Freitagabend. Sichtlich Freude bereiteten ihm auch die ausverkauften Zuhörerränge. Gleichzeitig hielt sein Lächeln an, als der Blick zum Organisatorenteam um den künstlerischen Leiter Professor Hans-Christian Schweiker schweifte. Was er und sein „Trio Testore“ an Programm und vor allem unter dem Zusatz „and Friends“ an erster musikalischer Güte auffuhren, hatte Weltniveau.

Prof. Schweiker am Violoncello, Franziska Pietsch an der Violine, Sophia Reuter an der Viola, Martin Spangenberg mit der Klarinette und Stephan Picard an der Violine ließen sich und ihren Instrumenten ein ausgesuchtes Programm von Pretiosen aus der Feder Mozarts, Beethovens, Schumanns und Brahms „schmecken“. Energiegeladene Ergebnisse versprach auch der Samstagabend, an dem das „Trio Testore“ mit Hyun-Jung Kim-Schweiker am Klavier wieder komplett beisammen war.

Unvergleichlich leicht, dennoch intensiv und mit einer durch den optimierten Klangkörper des ehemaligen Fördermaschinenhauses veredelten Grob- und Feindynamik samt ausgeprägter Spielfreude, brachten die klassischen Könner richtig großen Genuss auf die Bühne.

Dabei war es gar nicht so wichtig, welches der ausgewählten Stücke von Mozart, Spohr, Brahms und Schostakowitsch dargeboten wurde. Wichtiger war der Genuss eines eingespielten Ensembles. Auch zum Abschluss am Sonntagmittag war der energetisch fein verteilte Charakter klassischen Klanggenusses unwiderstehlich im Moment gefangen. Beispielhaft seien die Fantasiestücke für Klavier, Violine und Violoncello genannt, die auch der vierte „Friend“, Hariolf Schlichtig mit seiner Viola, präsentierte.

Romanze, Humoreske, Duett und ein im Marschtempo explosiv gespieltes Finale ließen nur viel Applaus und großen Jubel als einzig mögliche Antwort des Publikums auf ein atemberaubendes Festival zu.

Und bei der sicherlich kommenden nächsten Auflage wird es dann nicht mehr vorbeigehen an Baustellen und im Wind flatternden Absperrbändern. Denn dann ist das „Gesamtkunstwerk Energeticon“ endlich fertig – und die „Mai Klassik“ darf als Sahnehäubchen eines genussreichen Veranstaltungskalenders gesehen werden.

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