Märchen-Musical über das „schwarze Gold”

Von: Katrin Maiwald
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Das Happy-End: Prinz und Prinz
Das Happy-End: Prinz und Prinzessin sind vereint im Königreich und leben in Frieden mit den Naturgeistern. Müll soll es nie wieder geben... Foto: Katrin Maiwald

Alsdorf. Wenn Schauspiel, Gesang und Tanz aufeinander treffen, sind Emotionen und Gänsehaut programmiert. So auch beim Musical „Goal - das schwarze Gold des Berges” in der Stadthalle Alsdorf. Das Märchen-Musical bot neben kreativen Kulissen, hübsch geschneiderten Kostümen und schauspielerischer Leistung eine professionelle Bühnenshow.

Über 60 Darsteller im Alter von acht bis 70 Jahren präsentierten das erste Musical über den Bergbau. Beatrix Schongen ist Autorin, Regisseurin und Koordinatorin des Projekts. „Die Idee zu Goal kam mir eines Nachts. Ich musste noch einen Brief an die Verwaltung schreiben. Stattdessen kam mir wie aus dem Nichts die Geschichte zu Goal”, erzählt sie.

Die Idee: In einem Königreich, gelegen auf einem Berg voller schwarzen Goldes - der Kohle - leben die Menschen in Saus und Braus ohne Sorgen und Nöte. Das schwarze Gold bringt ihnen viel Geld ein. Ihre Umgebung jedoch verseuchen sie achtlos mit Müll und Schutt. Das erzürnt die Waldgeister. Wütend veranstalten sie mit dem blauen Bergriesen einen Zornestanz und versperren den Eingang zum Bergwerk. Eine bewegte Geschichte mit Drachen, Prinzen und Problemen beginnt.

Schließlich besiegen eine Prinzessin und ein Prinz die Geldgier der Menschen, und die leben dann in Frieden mit den Naturgeistern. Und die Moral? „Die Augen nicht vor unseren Problemen zu verschließen, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen”, fordert Schongen auf. So fallen im Stück gesellschaftskritische Sätze wie „Die Menschen kriegen den Hals nicht voll” oder „Wir denken zu kompliziert”. Doch miteinander und in „Freundschaft mit Natur und Mensch” lösen die Bewohner die Probleme.

Wie wichtig die Müllbeseitigung ist, stellt vor allem eine Szene dar: Bürgermeister Alfred Sonders kommt als Müllmann verkleidet auf die Bühne. Mit Mülltonne und Besen singt er ein Lied über den Dreck. „Ich finde, dass das Musical sehr professionell ist. Die Mischung aus Kindern und Jugendlichen gefällt mir besonders”, erzählt Zuschauer Heinz Blankenheim.

Besonders die Spezialeffekte lösen Begeisterung im Publikum aus: „Das Bühnenbild, die Kostüme und die Schattenspiele sind toll”, freuen sich einige junge Zuschauer. Das Bühnenbild wurde, durch die zauberhaften Scherenschnitte des Alsdorfer Künstlers und Märchenerzählers Franz-Josef Kochs ergänzt, auf eine große Leinwand projiziert.

Integratives Konzept

Das Musical wurde von „Mutik”, dem Musik- und Theaterprojekt des Trägers der freien Jugendhilfe KIND, produziert. Die Truppe setzt sich aus behinderten und nicht behinderten Darstellern zusammen. „Die Zusammenarbeit hat wunderbar geklappt”, schwärmt Schongen, die ankämpfen will „gegen die Barrieren in den Köpfen”. So stand vor allem die integrative Zusammenarbeit im Vordergrund.

Fünf Monate wurden die Rollen gruppendynamisch einstudiert mit Gesang, Tanz und Theater. „Viele Darsteller haben sich enorm weiterentwickelt, wir haben große Talente entdeckt, die wir fördern müssen”, sagt Schongen. Doch warum wurde das Musical nur zwei Mal aufgeführt? „Die Finanzen waren aufgebraucht. Wir sind von Sponsoren abhängig”, erklärt Schongen. Umso wertvoller sind Engagement und Freude, mit denen die Akteure ein unterhaltsames und lehrreiches Musical auf die Bühne brachten.
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