Männertag informiert über Prostatakrebs

Von: phb
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Informationen aus berufenem Mund: Auch Hartmut Magon referierte beim Alsdorfer Männertag. Foto: Philipp Baumanns

Alsdorf. „Männer äußern weniger Ängste, haben sie aber. Männer suchen weniger psychologische Unterstützung, brauchen sie aber genauso wie Frauen. Die Hilfe von Frau und Familie brauchen die Männer - das haben Untersuchungen gezeigt - noch mehr, als Frauen diese im Falle einer schlimmen Erkrankung brauchen.”

Mit diesen Worten eröffnete Hartmut Magon seinen Vortrag „Kumpel, Kerle, Kameraden - Wie lebt man mit Krebs?” auf dem 5. Alsdorfer Männertag der Alsdorfer Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe in den Seminarräumen der Stadthalle. Die Stuhlreihen hatten sich fast vollständig gefüllt. Viele Betroffene und Interessierte waren gekommen, um die Vorträge von Betroffenen, Ärzten und Psychotherapeuten zu hören.

„Angst wird überwunden, wenn man auch schwere Gedanken zu Ende denkt”, erklärte Magon. „Viele Männer sehen bei einer Prostatakrebserkrankung ein Problem mit ihrer Männlichkeit, sind in ihrem Selbstbild verletzt. Dazu kommt, dass viele Ärzte Männer für stärker als Frauen halten. Aber das ist nicht immer der Fall. Deshalb müssen die Ärzte noch viel offensiver nachfragen.”

Wolfhard Frost erzählte aus seiner eigenen Erfahrung vom Verlauf der Krankheit. Berichtete, wie es ihm bei seiner Hormontherapie erging und welche Einbußen an Lebensqualität er hinnehmen musste: „Für mich war es wichtig, Zeit zu gewinnen. Mit jedem Tag verbessern sich die Therapiemethoden. Zum Glück habe ich von allen Seiten viel Unterstützung erfahren”, berichtet er.

Knapp 25 ständige Besucher hat die seit rund neun Jahren bestehende Selbsthilfegruppe in Alsdorf. Auf der Adressenliste stehen weit über 120 Mitglieder. Gerade für Männer sei es schwierig, über eine solche Erkrankung offen zu sprechen, wie Josef Pagen erklärte: „Für Männer ist Selbsthilfe oftmals ein Tabuthema. Da fällt der erste Schritt schwer, obwohl solche Gespräche und der Austausch mit anderen Betroffenen doch äußerst wichtig sind.”

Dabei könnten auch die Ärzte die Betroffenen besser informieren: „Wir würden uns wünschen, dass die behandelnden Ärzte mehr auf die Möglichkeiten der Selbsthilfe hinweisen. Mit unseren Fragestunden, Vorträgen und letztlich auch der Hilfe zur Selbsthilfe bieten wir den Betroffenen einen wichtigen Baustein in der Krankheitsbewältigung”, erklärte Pagen.

Weitere Info sowie die aktuellen Termine der Alsdorfer Prostatakrebs Selbsthilfegruppe finden sich auch im Internet.
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