Mächtig Gegenwind für die Kohlscheider Verwaltungsspitze

Von: Markus Bienwald
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Dauerstreit: Der Markt in Kohlscheid ist nicht nur Dauerthema, sondern wartet weiter auf städtebauliche Überarbeitung. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Die Ungeduld ist groß – und das auch zu Recht“, stellte Bürgermeister Christoph von den Driesch den offiziellen Worten zum Thema Umgestaltung des Zentrums in Kohlscheid voran. Die ideale Plattform, um den Wasserstand durchzugeben, den es bei diesem Thema gibt, bot sich dem Verwaltungschef und dem Technischen Beigeordneten Ragnar Migenda bei der Hauptversammlung des Werberings Kohlscheid.

Die städtebaulichen Planungen nahmen den weitaus größten Raum bei der Versammlung in „Noah’s Bar“ direkt am Markt. Dort ist auch das Epizentrum der Planungen, zumindest nach Willen der Geschäftsleute. Dass die Stadt derzeit den Begriff „Zentrum“ in Kohlscheid etwas weiter fasst, legte Ragnar Migenda dar. Vor dem Hintergrund, dass eine Lösung für den früheren „Kaiser’s“-Markt nicht erreicht wurde, und derzeit ein Vollsortimenter im Supermarktangebot rund um den Markt fehlt, denkt die Verwaltung darüber nach, eben jenes Vollsortiment am Langenberg anzusiedeln.

„Der Plan A ist nicht vom Tisch, aber der Plan A muss modifiziert werden, weil der Plan A so nicht funktioniert“, machte Migenda deutlich. Zwar sei ein Vollsortimenter, der nicht beispielsweise an Stelle des früheren Co-Op-Marktes an der Weststraße oder als Neubau auf dem jetzigen Bankenparkplatz im Zentrum gebaut werde, sondern ein Stückchen weiter weg vom Zentrum „nicht die Ideallösung“, so Migenda.

Aber der Investor habe seine Idee bei der Bezirksregierung nicht durchsetzen können. Die Zuversicht Migendas und auch des Bürgermeisters, dass hier Ende des Jahres deutliche Fortschritte zu sehen sein werden, teilten vor allem zwei Gäste des Abends überhaupt nicht. Zum einen saß ein aufgebrachter Dieter Topa im Publikum, der bemängelte, dass es wieder neue Pläne geben sollte, nachdem schon 2013 alles durchgeplant worden sei.

„Wenn wir warten, bis in acht Jahren die Tangente als Verkehrsweg gebaut ist, brauchen wir nix mehr zu machen, denn dann ist schon alles tot“, so Topa. Er wertete das Gesagte als „politische Nullaussage“, die „effektiv noch weniger als gar nix“ wert sei. Und er äußerte lautstark die Vermutung, dass Kohlscheid „plattgemacht“ werden solle, während in Herzogenrath-Mitte alles schön gemacht werde.

Michael Heins war der zweite, der einen Gegenpol zur Aussage der Stadt übernahm. „Das faktische Zentrum ist um den Markt“, sagte er. Wenn der Supermarkt an anderer Stelle gebaut werde, sprängen erhoffte Impulse auf die verbliebene Kaufmannschaft nicht über. „Wenn Sie außerhalb bauen, verkaufen Sie die Leute im Zentrum“, warf Heins den obersten städtischen Vertretern vor, den Menschen „in den Rücken gefallen“ zu sein.

Das war starker Tobak für Christoph von den Driesch, der versuchte, sich argumentativ aufzustellen. „Man hat immer das Problem, dass wir in drei Stadtteilen gleichzeitig handeln müssen“, sagte er. Dies sei aber von den Ressourcen der Verwaltung her nicht zu leisten. Zudem betonte er, dass für Herzogenrath-Mitte ein Handlungskonzept vorliege, das von der Bezirksregierung Köln gefördert werde und daher einen gewissen Vorrang habe. „Wir wollen es in Kohlscheid ähnlich machen“, sagte von den Driesch zu.

Ein Ergebnis der gut 90-minütigen Diskussion gab es nicht, was die Ungeduld nicht kleiner machte.

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