Würselen - Luther und die Juden: Eine kritische Analyse

Luther und die Juden: Eine kritische Analyse

Von: ehg
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Ordnete Luthers Verhältnis zum Judentum historisch ein: Günter Pesler vom Geschichtsverein Baesweiler. Foto: Karl-Heinz Klinkenberg

Würselen. Auch die inzwischen zehnte gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Gemeinde Würselen und des Geschichtskreises der Pfarre St. Sebastian im Reformations-Gedenkjahr im Pfarrheim an der Wilhelmstraße fand einen interessierten Hörerkreis. Es ging um Martin Luther und dessen Verhältnis zum Judentum.

Der Geschäftsführer des Geschichtsvereins Baesweiler, Günter Pesler, hatte die nicht leichte Aufgabe übernommen, das angespannte Verhältnis des Reformators zu den Juden detailliert zu veranschaulichen und geschichtlich einzuordnen.

Dazu stellte er zunächst die Situation der Juden im damaligen Europa dar. Er verwies dabei auf die Ausgrenzungen, Einschränkungen und Vertreibungen der „Sündenböcke“ für so viele Katastrophen. Luther habe als Mensch seiner Zeit in einer bedauerlichen Traditionslinie gestanden, führte Pesler aus. Habe er zunächst noch das „auserwählte Volk“ für seinen Glauben gewinnen wollen, was der alten katholischen Kirche bis dato nicht gelungen war, habe er sich schließlich zu einem offenen Judenfeind gewandelt. Wobei er selbst nie persönlichen Kontakt zu ihnen aufgebaut habe.

Seine wüsten Anschuldigungen gegen die Juden, die oftmals in jüngster Vergangenheit beschönigt worden seien, stellte er exemplarisch mit exakten Quellenangaben dar. Die vom Referenten aufgezeigte Wirkungsgeschichte, wirksam verbreitet durch das Medium des Buchdrucks, reichte bis zu den furchtbaren Konsequenzen, die Luther bereits den Juden angedroht hatte. Sie reichten von brennenden Synagogen, geschlossenen Schulen, Wegnahme der Schriften über das Verbot der Rabbiner, der Eingrenzung des Wohnraumes und der Untersagung der Geldgeschäfte bis zu Arbeitungsauflagen und Vertreibung.

Günter Pesler verlieh zum Abschluss seines Vortrags der Hoffnung Ausdruck, dass aus der Beschäftigung mit der Geschichte und dem Wissen um die Zusammenhänge positive Schlussfolgerungen für das Miteinander gezogen werden mögen.

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