Herzogenrath - Luna Al-Mousli begeistert mit deutsch-arabischem Literaturmix

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Luna Al-Mousli begeistert mit deutsch-arabischem Literaturmix

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
11840711.jpg
Die aus Syrien stammende und in Wien lebende Schriftstellerin Luna Al-Mousli machte mit ihrem Werk „Eine Träne. Ein Lächeln“ einen literarischen Halt im „Klösterchen“ in Herzogenrath. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wer mit Luna Al-Mousli spricht, blickt zunächst einmal in große, dunkle Augen. Dann fällt der Blick auf das strahlende Lächeln, aber die gut 70 Gäste, die die Lesung der aus Syrien stammenden Autorin im soziokulturellen Zentrum „Klösterchen“ verfolgten, achteten sicherlich noch mehr auf das, was die junge Frau zu sagen hatte.

Dreh- und Angelpunkt ihres Gastspiels war ihr Buch „Eine Träne. Ein Lächeln“. Die Grafik-Designerin hat das Buch am Ende ihres Studiums in Wien fertiggestellt. In die österreichische Metropole verschlug es sie mit 14 Jahren, nachdem sie in Syrien aufgewachsen war. Wien wurde ihre zweite Heimat, in der sie aber nicht vergessen hat, wo ihre Wurzeln sind.

Vielleicht hat sie auch darum das Buch verfasst. Es ist auch eine Sammlung von Erinnerungen an Damaskus. „Der Titel stand schon ziemlich früh fest“, erzählte die sympathische Autorin noch vor dem Start der Lesung. Aber der Prozess der im Buch in 44 Geschichten verarbeiteten Erinnerungen an die Kindheit und Jugend in Syrien, das war auch sehr anstrengend, wie sie mit rollenden Augen zugibt.

„Man gräbt im eigenen Gehirn herum“, beschreibt sie sehr anschaulich, was ihr beim Erinnern so durch den Kopf ging. „Und gleichzeitig ist man unendlich traurig“, erzählt sie weiter. Das gelte aber nicht in Bezug auf die Erlebnisse, sondern vielmehr auf das Erkennen der Wahrheit, der Wahrheit der Zeit, die alles nur einen Moment lang geschehen lässt. „Diese Momente sind dann unwiederbringlich, das macht einen schon traurig“, erzählt Luna.

Und sie kommt ein wenig ins Plaudern, berichtet darüber, dass das Buch – kleinformatig, mit einer beeindruckenden Melange von Bildern und Texten in einer anspruchsvollen Form – eigentlich anders geplant war. „Ursprünglich war ich auf der Suche nach jemandem, der wie ich Muttersprachler ist, aber das Ganze viel besser schreiben kann“, sagt sie.

„Ich wollte das Buch unbedingt noch fertigmachen, kurz vor Ende des Studiums, und die Professoren haben mich immer wieder gefragt, wann es denn soweit sei“, erzählt sie rückblickend. Am Ende blieben ihr für die reinen Texte nur ein oder zwei Wochen. „Da war die Zeit schon sehr kurz“, meint sie nur trocken.

Herausgekommen ist aber dennoch ein wundervolles Beispiel dafür, wie verschriftlichte Erinnerung die Leser, Zuhörer und Genießer von Literatur ganz problemlos einmal mitnehmen kann in eine Welt, die weit weg ist. „Ich erinnere mich an Orte, die nicht mehr existieren, an Menschen die nicht mehr sind, wo sie einmal waren“, sagt Luna Al-Mousli.

Und sie zeichnet damit auch ein Bild der Heimat, das gleichermaßen so weit weg ist wie Österreich von dem aktuellen Syrien mit Bürgerkrieg, Angst und Flüchtlingselend. Und sie zeigt dabei auch, dass sich eine Lebensgeschichte zwar nie neu schreiben lässt, sie aber immer wieder spannende Kapitel schreiben kann, die dennoch im Rückblick schmerzhaft sein können.

Von diesem Gefühl erzählte an diesem gelungenen Abend im „Klösterchen“ übrigens auch noch die Musik. Das „World-Music-Orchestra“, eine neue Errungenschaft des „Klösterchens“ mit internationaler Besetzung, gab sich hier mit zur zweisprachigen Lesung in Deutsch und Arabisch passender Musik die Ehre, und machte so den Kunstgenuss am Rande von Herzogenrath-Mitte vollkommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert