Lütter-Stiftung präsentiert „Winterreise“ auf Burg Rode

Von: hl
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Herzogenrath. Viele kennen es noch, das traurig-schöne Lied vom Lindenbaum, in dessen Schatten sich so gut träumen lässt. Im Rittersaal von Burg Rode war es jetzt zu hören.

Schuberts „Winterreise“ stand auf dem Programm eines Konzerts, veranstaltet von der Johann-Lütter-Stiftung, die sich um eine Renaissance der Werke dieses zu Unrecht vergessenen rheinischen Komponisten (1913-1992) zwischen Romantik und Moderne bemüht. Der vergessene Dichter Wilhelm Müller (1794-1827) hat die Vertonung der 24 Gedichte der „Winterreise“ des Zeitgenossen Franz Schubert (1797-1828) nie gehört. Als Heutiger hat man das Gefühl, dass zwei ganz Große eine Verbindung eingegangen sind, die die Zeit überdauert, weil die Allgemeingültigkeit des Textes und der Musik anrühren und Grundsätze der menschlichen Existenz ansprechen.

Dass dies auch in Herzogenrath so war, ist vor allem den Fähigkeiten von Dorothee Broichhausen (Eupen) am Klavier und von Guido Janssen (Nieuwstadt) zu verdanken. Erstere ist Dozentin an der Musikhochschule Köln und Lehrerin an der Musikschule Heinsberg. Auch hat sie eine CD mit ausgesuchten Klavierwerken von Johann Lütter eingespielt und ist im Vorstand der Stiftung. Und Janssen ist Chorleiter, Gesangspädagoge und Sänger (Bass-Bariton) und hat schon manches junge Talent im Rahmen von „Jugend musiziert“ zu ersten Plätzen geführt. Broichhausen erläuterte Grundsätzliche der musikalischen Konzeption des Werks, und Janssen ordnete es literarisch ein.

Die beiden überzeugten auch durch ihr Zusammenspiel. Der Aussage der „Winterreise“ zu folgen, erforderte von den Zuhörern Konzentration und Einfühlungsvermögen. Das Werk ist alles andere als lieblich oder vordergründig gefühlsbetont, sondern von einem traurig-pessimistischen Ton durchzogen. Schon das erste Lied deutet an, worum es dem lyrisch erzählenden Wandersmann geht: „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus.“ Diese Stimmung zieht sich durch 24 Strophen bis zur letzten vom „Leiermann“, dessen Musik niemand hören mag und den der Wanderer fragt: „Wunderlicher Alter, soll ich mit dir geh’n?“ Zwischendurch gibt es aufkeimende Glückverheißung, wenn auch nicht klar ist, ob sie Wunschdenken darstellt. Mit viel Beifall und Standing Ovations bedankte sich der voll besetzte Saal bei den beiden Interpreten.

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