Alsdorf - Ludwig Schaffrath will noch zwei Projekte verwirklichen

Ludwig Schaffrath will noch zwei Projekte verwirklichen

Von: Beatrix Oprée
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Geheimnisvoll schimmerndes schwarzes Glas: Professor Ludwig Schaffrath und Naomi Kawabe vor den jüngst fertiggestellten Entwürfen für die fünf Chorfenster der Aachener Grabeskirche St. Josef. Foto: Beatrix Opre

Alsdorf. Dreimal in der Woche muss er zur Dialyse. Bevor er sich im Eschweiler Hospital für Stunden der Blutwäsche unterzieht, besucht er immer noch kurz die Krankenhauskapelle, ein Refugium der Ruhe, entstanden nach seinen Entwürfen. Trotz schwerer Krankheit sind Professor Ludwig Schaffraths Kreativität und Tatendrang ungebremst. Am kommenden Montag wird er 85 Jahre alt.

Mit Blick auf den Geburtstag schmunzelt er: Als sehr junger Mann habe er über Tizian gelesen, der immerhin 99 Jahre alt wurde und bis zum Ende gearbeitet habe. „Seine besten Arbeiten soll er im Alter geschaffen haben. Nun bin ich zwar noch nicht 99, aber zufrieden und glücklich mit dem, was ich mache.”

Zu „Hausgenossen” sind ihm die Werke geworden, die noch in seiner Wohnung und seinem Atelier in Ofden stehen - „besser als in irgendeinem Museum”. Darunter auch die Arbeiten im Zuge seines mit seinem 80. Geburtstag begonnenen „Schwanengesangs”, die - eigentlich - nicht verkauft werden sollen.

Gute Kooperation

Ein jüngst noch selbst gestecktes Ziel hat er erreicht: Die Entwürfe für die fünf Chorfenster der Aachener Grabeskirche St. Josef sind noch vor dem Geburtstag fertig geworden. Mit maßgeblicher Unterstützung durch seine Assistentin Naomi Kawabe. Die aus Tokio stammende Künstlerin, ehemalige Schaffrath-Schülerin, Fotografin und Archivarin seiner Werke, ist an seiner Stelle auf die Leiter geklettert, um die Ausführungsentwürfe maßstabsgetreu auf Karton zu zeichnen.

Noch muss das Geld für die Chorfenster gesammelt werden, sagt Ludwig Schaffrath: „Aber ich habe dem Förderverein von St. Josef alle fünf Kartons versprochen und zwar so, dass sie auch ohne mich umsetzbar sind.” In diesem Zusammenhang lobt der Künstler die jahrelange gute Kooperation mit den Glaswerkstätten.

Alleine mit der Familie Oidtmann in Linnich arbeitet er seit 1947 vertrauensvoll zusammen. Aber natürlich würde Ludwig Schaffrath gerne noch selbst das Sonnenlicht durch das geheimnisvoll glänzende schwarze Glas schimmern sehen, das er für den Chor der Grabeskirche vorgesehen hat.



Besonders glücklich wäre er auch, wenn endlich über den Baubeginn der lange geplanten Barbarakapelle auf dem Annagelände in Alsdorf entschieden würde. Wie einen „Duckelbau” hat er die neue Heimat für die Heiligenfigur konzipiert. Bei dieser einfachsten Art der Förderung wurde ein Schacht in die Lagerstätte abgeteuft und rings um ihn herum abgebaut, so weit, wie es die Frischluftzufuhr zuließ.

Die Lichtöffnung für die Kapelle soll solch einen Schacht symbolisieren, zentral über dem Standort der Statue schwebend und gekrönt durch eine mit funkelnden Prismen akzentuierte Rosette. Bauingenieure der FH Aachen haben bereits ein Konzept entwickelt, den Kuppelbau mit neuartigem, besonders kostengünstigen Kunststofffaserbeton zu errichten. Dass dies schon in absehbarer Zeit geschieht, mag als Geburtstagswunsch des weltberühmten Künstlers gelten, der seine Wurzeln in der Bergbaustadt nie vergessen hat.

Einen Geburtstagsempfang wird es aus gesundheitlichen Gründen nicht geben. Aber über wohlwollende Post” würde der „Guru of Glass”, wie ihn seine amerikanischen Studenten einst tauften, sehr freuen, um während der Dialyse etwas Erfreuliches zum Lesen zu haben...
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