Lok: Zu hohe Kosten für die Umrüstung zum Spielgerät?

Von: Verena Müller
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Blick aus dem Führerstand der Lok: Wohin geht die Reise? Foto: vm

Alsdorf. Erst hatte die Anna 9 kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu: Die Kosten, die für eine Umgestaltung der alten Lok im Alsdorfer Tierpark anfallen, wenn man sie zu einem kindersicheren Spielgerät umrüsten würde, belaufen sich voraussichtlich auf rund 100.000 Euro.

Das bestätigte Bürgermeister Alfred Sonders, der zugleich Geschäftsführer der Alsdofer Freizeitobjekte GmbH (Foga) ist, unserer Zeitung auf Nachfrage. „Diese Woche ist die Firma, die die Netze an der Solinger Lok angebracht hat, hier“, sagte Sonders außerdem, denn nach wie vor wird geprüft und gerechnet, ob und wie man die Lok retten kann.

Der TÜV hatte bereits beim Ortstermin Anfang April eine lange Mängelliste erstellt: Nirgends darf ein Kinderkopf oder eine -hand durchpassen und sich verkeilen können, es dürfen keine Schrauben vorstehen und und und. Das Bild der Lok würde sich stark verändern, wenn man all das umsetzen würde.

Und es kam noch schlimmer: Der Käufer will nicht vom Kaufvertrag zurücktreten. Zur Erinnerung: Nachdem die Foga selbst keine Möglichkeit zur Rettung der Anna 9 gesehen hatte, hatte sie die Lok zum Verkauf freigegeben. Die Alternative wäre eine Verschrottung gewesen. Nachdem sich lange kein Käufer gefunden hatte, der die hohen Transportkosten übernehmen konnte oder wollte, tauchte doch noch ein Eisenbahn-Liebhaber auf, mit dem man handelseinig wurde. Kaum hatte der Vertrag das Haus verlassen, kursierte über die Facebook-Gruppe „Rettet die alte Lok“ ein Zeitungsartikel aus Solingen, der neue Hoffnung machte: Dort war eine alte Lok zu einem Spielgerät mit Kletternetzen umfunktioniert worden.

Die Foga bemühte sich zunächst vergebens, den Käufer zu erreichen, war aber zuversichtlich, dass dieser Verständnis zeigen und vom Vertrag Abstand nehmen würde. Das tat er aber nicht. „Der Käufer stellt die Bedingung, dass wir ihm eine andere Lok besorgen, wenn er auf die Anna 9 verzichten muss“, berichtete Sonders. Bedeutet also: zusätzlich zu den Kosten für Schlosser, Lackierer und Seilkonstrukteure kämen die für eine Ersatzlok hinzu. „Und so leicht lässt sich keine finden“, sagte Sonders weiter.

Das von der Städteregion Aachen bereits für ein neues Spielgerät bewilligte Geld – 35.000 Euro – könnte laut Stadtverwaltung Alsdorf bei grünem Licht für die Lok-Sanierung zwar umgewidmet werden. Mit dieser Summe würden die Kosten aber bei weitem nicht gedeckt. Und dem Vernehmen nach befindet sich in der Facebook-Gruppe, in der anfangs zwar das Wort „Spende“ inflationär kursierte und schon über eine neue Farbgestaltung abgestimmt wurde, auch niemand, der größere Summen zur Verfügung stellen könnte.

Alfred Sonders sagte, er wolle dennoch alle Möglichkeiten ausloten, alles genau durchkalkulieren und dann dem Rat die Ergebnisse vorlegen. Das wäre dann am Donnerstag, 19. Mai, ab 18 Uhr im Rathaus. Allerdings im nichtöffentlichen Teil.

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