Baesweiler - Lob für Vorzeigeprojekt an Baesweiler Gymnasium

Lob für Vorzeigeprojekt an Baesweiler Gymnasium

Von: Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
Baesweiler Gymnasium
Die Sanierung des Baesweiler Gymnasiums hat der Stadt Baesweiler unter anderem den Klimaschutzpreis eingebracht. Die Gebäude erreichen Passivhausstandard. Stadt Baesweiler

Baesweiler. Noch knapp sechs Wochen, dann rücken die Bauarbeiter an. Mit Beginn der Sommerferien werden unter anderem Fensterbauer, Klimatechniker und Fassadenspezialisten ein einzigartiges Projekt in Angriff nehmen: Sie bauen das städtische Gymnasium an der Otto-Hahn-Straße mit modernster Technologie zum Passivhaus um.

Nach der energetischen Sanierung wird für den gesamten Gebäudekomplex „nur noch so viel Energie nötig sein wie für ein großes Einfamilienhaus”, präzisiert der für die technische Frischzellenkur verantwortliche Ingenieur Hermann Dulle.

Eine große Herausforderung nicht nur für Dulle, der von einem „bislang in Deutschland einmaligen Projekt” spricht. Auch Architekt Reiner Wirtz, der die Bauarbeiten koordinieren wird, steht vor einem „außergewöhnlichen Vorhaben”.

Schließlich sei die Sanierung eines Gebäudes dieser Größe keine alltägliche Aufgabe - zumal am Ende ein Passivhausstandard, wie er voraussichtlich im Jahr 2015 Norm sein wird, steht.

Wirtz: „Wenn wir in zwei Jahren fertig sind, wird das Gymnasium nur 20 Prozent der Energiemenge benötigen, die aktuell Standard ist.”

Um gleich mehrere Nasenlängen voraus ist die Stadt Baesweiler als Bauherrin damit nicht nur in energetischer sondern auch in finanzieller Hinsicht.

Seit einem Dreivierteljahr lässt sie nämlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt die 17 größten ihrer Gebäude auf deren energetisches Optimierungspotenzial hin überprüfen.

Auf Basis des fertigen Gutachtens für das Gymnasium stellte die Stadt kurzerhand einen Förderantrag an das Land NRW, um in ein Investitionsprogramm hineinzukommen, das eigentlich für notleidende Kommunen gedacht war.

Baesweiler mit seinen guten Haushaltsdaten gelangte trotzdem an den Fördertopf - weil die Qualität des Sanierungskonzeptes „besonders überzeugend” war, so der damalige Städtebauminister Oliver Wittke.

„Es hat das innovativste energetische Konzept und erreicht den Passivhausstandard.” Neben dem ministeriellen Lob gibt es somit zu den neun Millionen Euro Gesamtkosten der Sanierung einen stattlichen Zuschuss von fünf Millionen Euro.

Mit diesem Geld bekommen die Trakte der Schule eine vollkommen neue, wärmegedämmte Fassade mit dreifach verglasten Fenstern, die um das bestehende Gebäude herumgebaut wird. Für die Außenhaut sind Anthrazit-Töne vorgesehen, die bunte Farbtupfer erhalten sollen. Letztlich werden dann voraussichtlich ein „roter”, ein „grüner” und ein „gelber” Gebäudetrakt an der Otto-Hahn-Straße stehen.

Und den Dächern, die erst vor wenigen Jahren saniert wurden, wird eine Extraportion Dämmmaterial spendiert, damit die Wärme im Inneren bleibt. Apropos Wärme: Die alte Ölkesselanlage wandert auf den Schrottplatz, künftig wird eine Erdwärmeanlage mit Wärmepumpe für angenehme Temperaturen sorgen - im Sommer wie im Winter.

Mittels ausgeklügelter Klimatechnik werden alle Gebäudetrakte stets mit frischer, wohltemperierter Luft versorgt. „Aber dennoch lassen sich die Fenster öffnen”, betont Architekt Reiner Wirtz.

Der Einbau der Lüftungsanlage macht allerdings handfeste Arbeiten in allen Räumen des Gymnasiums notwendig. Das Sanierungsteam nutzt diese Gelegenheit, zieht gleichzeitig eine IT-Verkabelung ein und installiert eine neue Beleuchtungsanlage mit energiesparender intelligenter Steuerung sowie modernen Leuchtmitteln.

Zudem werden, wo nötig, Sanitäreinrichtungen saniert.

Größere Umbauarbeiten finden unterdessen im Verwaltungstrakt statt: Dort werden für die Schüler ein Selbstlernzentrum und für die Lehrer ein neuer Arbeitsbereich eingerichtet sowie ein Aufzug installiert.

Und am Pädagogischen Zentrum entsteht eine 130 Quadratmeter große Mensa, die sich die Stadt Baesweiler rund 400.000 Euro kosten lässt. Darüber hinaus wird auch die Turnhalle energetisch saniert und mit einer thermischen Solaranlage auf dem Dach zwecks Warmwasserbereitung ausgerüstet.

Wenn alle groben Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden Anstreicher und Teppichleger anrücken und dem Inneren des Gymnasiums zum Finale ein frisches Gesicht verpassen.

„Dann ist die Schule für die nächsten 30 Jahre fitgemacht”, sagt Ingenieur Hermann Dulle. Und der Haushalt der Stadt Baesweiler wird angesichts der Energiepreise langfristig entlastet, wie Bürgermeister Willi Linkens betont. „Das wird sich rechnen.”

Kurzfristig agieren und planen muss derzeit Oberstudienrat Wilhelm Merschen, der Koordinator der Sanierungsmaßnahme zwischen Schule und Stadt. Denn aufgrund der Bauarbeiten wird zwei Jahre lang ein kompletter Schülerjahrgang mitsamt Lehrern in die Lessingschule nach Setterich umziehen müssen.

Das bringt viel zusätzliche Arbeit mit sich, die aber „fruchtbar und angenehm mit allen Beteiligten abläuft”. Zwar gebe es „auch Leute, die über den Umzug nicht so begeistert sind”, letztlich müsse man aber „das Ziel vor Augen haben”: Ab 2011 in einer Schule zu unterrichten und zu lernen, die der Zukunft um Jahre voraus ist.
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