Alsdorf - Literaturkurs: „Schwarzer Kaffee oder weißer Weißwein“

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Literaturkurs: „Schwarzer Kaffee oder weißer Weißwein“

Von: dag
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Aufmerksame Zuschauer: Das Hochzeitspaar marschiert durch den Saal auf die Bühne. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Alsdorf. „Inzwischen ist es eine Tradition, dass der zwölfte Jahrgang zum Abschluss des Schuljahrs eine Aufführung präsentiert“, begrüßte Schulleiter Martin May die Gäste im PZ der „Gustav-Heinemann-Gesamtschule“. Diesmal hatte der Literaturkurs um Lehrerin Sibel Yilanci sich für das Stück „Schwarzer Kaffee oder weißer Weißwein“ entschieden.

Ein halbes Jahr lang hatten die Gruppenmitglieder geprobt. Jetzt war es soweit: Der Tag der Aufführung stand unter dem Motto „Ein Tag für Afrika“. Das Stück basiert auf dem Film „Monsieur Claude und seine Töchter“. Die Schüler haben diesen selbstständig als Theaterstück umgeschrieben.

Strikt dagegen

Inhaltlich geht es um ein christlich-konservatives französisches Ehepaar, stolze Eltern von fünf Töchtern. Eigentlich ist alles super, bis drei der Töchter heiraten. Eine heiratet einen Muslim, die zweite einen Chinesen und Tochter Nummer drei einen Juden. Jedes Familienfest ist in Folge konfliktbeladen.

Weiter geht‘s: Auch Tochter Nummer vier möchte nun heiraten – und zwar den Christen Charles. Hurra, alles ist gut, denken die Eltern und sind regelrecht beglückt. Dann, endlich, lernen sie Charles kennen – und er ist ein Schwarzer. Auch seine Familie ist strikt gegen die Verbindung. Es folgt die Trennung und nach langem Hin und Her schließlich doch noch ein Happy End. Beide heiraten. Bleibt Tochter Nummer fünf. Bei ihr wird schon bald klar: Sie ist lesbisch und heiratet eine Frau.

Das komplexe Ganze haben die Gesamtschüler mit einer gehörigen Portion Humor auf die Bühne gebracht. Teils war es sogar so lustig, dass die Darsteller selbst lachen mussten, ehe sie weitersprechen konnten. Alles in allem lieferten sie eine tolle Leistung ab. Gestik, Mimik und Dialoge waren bestens aufeinander abgestimmt und brachten dem Publikum die Problematik gesellschaftlicher Vorurteile gut herüber. Lohn für die Nachwuchsschauspieler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule waren starker Applaus und viele lobende Worte.

Den Auftakt zum Theater an dem Abend hatte zwei Ministücke gemacht. Die Comenius-Gruppe – das sind die Schüler, die am Austauschprogramm mit Italien, der Türkei und Dänemark teilnehmen –, beeindruckten mit den nachdenkenswerten Beiträgen „Worte“ und „Schuld“.

Im Anschluss an die Hauptaufführung schloss sich noch ein gemütliches Beisammensein mit einem afrikanischen Buffet an.

Alles in allem war es ein gelungener Abend, der zudem noch einem guten Zweck diente. Denn alle Einnahmen gehen im Zuge der Aktion „Tagwerk“ an ein Bildungsprojekt in Ruanda, einem dicht bevölkerten Binnenstaat in Ostafrika, der an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania grenzt. Ruanda wird auch „Land der tausend Hügel“ genannt.

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