Literarisch-musikalische Feinkost im Alten Rathaus serviert

Von: ch
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Beifall verdient: Nadia Singer und Lutz Görner im Alten Rathaus. Foto Wolfgang Sevenich Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Mit Gedichten und Erzähltexten ist Lutz Görner dank seiner klangvollen Stimme bundesweit zum Begriff geworden. Seit einiger Zeit aber hat der gelernte Schauspieler sein Angebot umgestellt und reist als eine Art Handlungsreisender in literarisch-musikalischer Feinkost durch die Lande.

Zum zweiten Mal innerhalb relativ kurzer Zeit machte der Rezitator jetzt im Würselener Kulturzentrum Altes Rathaus an der Kaiserstraße Station: Nachdem er dort noch im März ein Beethoven-Programm vorgestellt hatte, präsentierte Görner jetzt – wiederum zusammen mit der jungen Pianistin Nadia Singer – einen Abend rund um den seiner Zeit weit über Deutschland hinaus erfolgreichsten Komponisten, den aus Berlin stammenden Giacomo Meyerbeer (1791-1864).

Im Zusammenwirken gestalteten der Sprecher und die Virtuosin einen sehr eindrucksvollen, farbenreichen Abend. Während Görner seine Zuhörer über den Vortrag der Briefe Heinrich Heines an Meyerbeer in die Geschichte hineinzog, tat Nadia Singer das Ihre und legte mit ihrem hoch kultivierten Spiel den Menschen im Saal als Meister der Musik ans Herz. Es schien, als sei der Komponist nie wirklich vergessen, verketzert und verdrängt worden.

Ein Moment gleißender Schönheit reihte sich an den anderen, und über das Lesen der Heine-Briefe hinaus eröffnete Lutz Görner dem Publikum mit moderierenden Zwischentexten ein ums andere Mal einen Zugang zum Wirken und zur Persönlichkeit Meyerbeers mit allen ihren Facetten.

Schon wegen der Bestuhlung und der daraus resultierenden intimen Atmosphäre waren sich im Alten Rathaus Künstler und Zuhörer nie wirklich fern – eine Nähe, die durch die gemeinsame Freude am Entdecken eines zu Unrecht aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit Geratenen noch verstärkt. Dass sich in der Pause die Menschen am mit Büchern und CDs drapierten Verkaufstisch Görners drängten und den Kontakt pflegten, nimmt da eigentlich kaum noch Wunder.

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