Linkspartei übt Kritik am Obdachlosenquartier an der Neustraße

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Aus Sicht der Linkspartei in einem bedenklichen Zustand: die Obdachlosenunterkunft der Stadt Würselen an der Neustraße. Foto: Karl Stüber

Würselen. Yvonne Frey, Stadtratsmitglied in Würselen, hat mit zwei weiteren Mitgliedern der Linkspartei das Würselener Obdachlosenheim, Neustraße 40, in Augenschein genommen.

Das Haus war ins Blickfeld des Interesses gerückt, weil sich zwei (ansonsten) Obdachlose per Anwältin und Gerichtsverfahren dagegen wehren, von der Stadt Würselen mit anderen in einem kleinen Zimmer zusammengesetzt zu werden, um Platz für Asylbewerber zu machen. Die Kläger sehen dies sowohl für die Obdachlosen als auch für die Asylbewerber als unzumutbar und menschenunwürdig an. Die Unterbringungen erfolgt in Etagenbetten auf engsten Raum.

Schimmel wuchert

Die Kommunalpolitikerin zeigte sich sowohl angesichts des baulichen Zustandes als auch der unzumutbaren Verhältnisse für die die dort untergebrachten Menschen entsetzt! „Trotz kurzfristiger Ausbesserungsarbeiten wuchert vor allem an den Decken der Nasszellen der Schimmel – allein deshalb sowie wegen der völlig unzureichenden Platzverhältnisse ist diese Unterkunft im jetzigen Zustand Niemandem dauerhaft zuzumuten,“ beschreibt sie ihre Eindrücke vor Ort!

Waltraud Heidenthal vom Ortsvorstand der Linkspartei ergänzt: „Das ist ja noch schlimmer als wir befürchteten! Bis zu vier Flüchtlinge teilen sich eine Unterkunft, in der trotz aller Bemühungen immer noch der Schimmel gedeiht.“

Mit Erstaunen nahmen die Besucherinnen zur Kenntnis, dass zudem die vorhandenen Räumlichkeiten für die dort bisher untergebrachten wohnungslosen Bürger eingeschränkt wurden, um so zusätzlichen Platz für Flüchtlinge schaffen zu können.

Frey erinnert daran, dass die Anschaffung von Containern zur Flüchtlingsunterbringung vor einiger Zeit im Rat mit der Begründung abgelehnt worden sei, dies sei menschenunwürdig. Nun stelle sich nicht nur die Frage, ob die derzeitige Lösung nicht noch menschenunwürdiger ist, sondern auch, warum ausgerechnet die Menschen, die durch eine völlig verfehlte Sozialpolitik „abgehängt“ wurden, für eine „Übergangslösung“ bei der Flüchtlingsunterbringung noch enger zusammenrücken sollen.

Von einem gelungenen Start für eine erstrebenswerte Integration der neuen Mitbürger in unsere Gesellschaft könne hier sicher auch keine Rede sein. Die beiden Linken waren sich am Ende des Besuches darüber einig, dass das Gebäude auf Grund seines jetzigen Bauzustandes „generell nicht mehr zur Unterbringung von Menschen genutzt werden sollte“.

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