Baesweiler - Linkens: „Konstruktiven Realismus in unserer Stadt leben“

Linkens: „Konstruktiven Realismus in unserer Stadt leben“

Von: -ks-
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Traditionell vor großem Publikum: Bürgermeister Dr. Willi Linkens stimmt Baesweiler auf das neue Jahr ein. Foto: Wolfgang Sevenich

Baesweiler. Was sagt man als Bürgermeister einer Stadt wie Baesweiler zu Terroranschlägen wie dem in Berlin? Wie kann das Konzept einer Kommune aussehen, um angesichts einer unsicherer werdenden Welt, zunehmendem Populismus und einer sich eintrübenden Stimmung trotz guter Wirtschaftslage weiterhin positiv zu gestalten und die Lebensbedingungen der Einwohner noch zu verbessern?

Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) gab in seiner Rede im Rahmen des Neujahrsempfangs die Richtung vor: „Es ist die Zeit für einen konstruktiven Realismus, den wir in unserer Stadt leben und verwirklichen wollen.“

Paradebeispiel dafür sei die Asylpolitik. Bürger, Rat und Verwaltung hätten gemeinsam „die nicht erwartete besondere Herausforderung zur menschenwürdigen Unterbringung und Betreuung sehr vieler Asylbewerber uneingeschränkt angenommen“.

In beispielhafter Weise sei es gelungen, Menschen, die teilweise in großer Lebensgefahr ihr Heimatland verlassen hätten, Frieden und Geborgenheit in Baesweiler zu bieten. „Hier helfen wir gerne.“ Aber Linkens betonte auch: „Personen, die aus sicheren Herkunftsländern kommen, müssen möglichst bald in ihre Heimat zurückgeführt werden, auch um die Hilfe auf diejenigen konzentrieren zu können, die wirklich schutzbedürftig sind.“

Konstruktiver Realismus ist auch Leitgedanke bei der Schaffung von Wohnraum. Baesweiler erfreut sich weiter wachsender Beliebtheit als Wohn- und Lebensmittelpunkt – und als Ort, um Arbeit zu finden. „Im neuen Jahr stehen umfangreiche Erschließungsmaßnahmen an, zum Beispiel in dem ersten Bauabschnitt Kloshaus, aber auch in Setterich am Adenauerring und an der Römerstraße“, kündigte der Bürgermeister an.

Real greifbar seien ebenso weitere Fortschritte in der Wirtschaftsförderung. „Nach dem Betriebsbeginn der Firma Api haben wir nun die Zahl von 4000 Arbeitsplätzen überschritten.“ Die 180 Unternehmen im Gewerbegebiet zeigten eine gesunde Mischung kleiner und mittlerer Unternehmen unterschiedlichster Branchen. „Wir haben Arbeitsplätze für ungelernte, angelernte und qualifizierte Handwerker, für Wissenschaftler und Ingenieure.“ Allerdings sei die Wirtschaftsförderung derart erfolgreich, „dass wir unbedingt die Erweiterung realitätsbezogen vorantreiben müssen“.

Linkens lud die Baesweiler dazu ein, sich bei einer ganz speziellen Form der Wirtschaftsförderung zu beteiligen – an der Stärkung der Kernbereiche. „Attraktive Zentren in Baesweiler und Setterich, kostenloses Parken, kreatives aufgeschlossenes Miteinander mit den Einzelhändlern. Für all das sind wir offen und hoffen auf kreative Beiträge.“ Im Zuge der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts für das Zentrum Baesweiler kündigte Linkens „wie gewohnt sehr intensive Bürgerbeteiligungen“ an, so für die Veränderungen im Bereich Kück- und Löffelstraße sowie Kirchplatz und In der Schaaf.

Hierzu zähle auch die Unterstützung des Gewerbeverbandes, also der Einzelhändler, die Eröffnung des Quartierbüros an der Kückstraße sowie umfassende Beratung und das Leerstandsmanagement. Ziel sei es, den Einzelhandel weiter zu stärken, „wobei uns das Zeitalter des Internets hier eine schwierige Aufgabe stellt“, sagte Linkens.

„Wir können es uns erlauben, die Steuern deutlich niedriger zu belassen als in den meisten Städten Nordrhein-Westfalens“, sagte der Bürgermeister durchaus mit Stolz angesichts der stabilen Finanzlage der Stadt Baesweiler trotz aller Einwirkungen dritter Seite. „Kostenbewusstsein und Realitätssinn helfen auch in schwierigen Zeiten.“ Dennoch bleibe der uneingeschränkte Appell an Bund und Land, endlich die Finanzierung der Kommunen auf einen sicheren Weg zu bringen.

So forderte Linkens „die kurzfristige Umsetzung der Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene und den Betrag von fünf Milliarden Euro zur Eingliederungshilfe für die Kommunen“. Vor allem müsse aus seiner Sicht „die ungerechtfertigte Benachteiligung der kleinen und mittleren Kommunen bei der Verteilung der Steuern“ ein Ende haben.

An die Adresse der Städteregion richtete Linkens den Appell, freiwillige Ausgaben intensiver in Frage zu stellen, das Sparpaket des Städteregionsrates umzusetzen und dem Kostenbewusstsein der Kommunen zu folgen. Großer Dank galt den vielen Ehrenamtlern und dem „starken Verwaltungsteam“. Linkens: „Wir leben in unserer Stadt einen beispielhaften, persönlichen, unkomplizierten Kontakt zwischen Bürgern und der Verwaltung. Dies möchte ich ohne Einschränkungen fortsetzen.“

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