Linden-Neusener krempeln erstmals die Ärmel hoch

Von: ehg
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Gut ausgerüstet: Mit blauen Säcken und Greifzangen zogen die Gruppen los. Foto: Wolfgang Sevenich
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Genau hingeschaut: Auch in den Beeten rund um die Bäume wurden die Müllsammler fündig. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Strahlender Sonnenschein und mildere Temperaturen animierten nach den grauen Regentagen geradezu zum Frühjahrsputz, vor allem an der frischen Frühlingsluft. Das galt auch für den Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ im Doppelort Linden-Neusen, der in weiser Voraussicht schon Tage zuvor mobil gemacht hatte.

Gespannt erwartete der Organisator der ersten Säuberungsaktion im Dorf, Nils Lentzen, die ehrenamtlichen „Saubermänner“ und auch „-frauen“ auf dem Dorfplatz, der anschließend auf Herz und Nieren auf Unrat untersucht wurde.

„Bin ich hier richtig?“ stellte sich eine Frau mit Hund ein. Da wollte die „Mutter des Ortes“, José Gabrisch, nicht abseits stehen. Es nahmen auch noch zwei weitere Frauen an dem „Spaziergang mit Müllsack und Zange“ durch den Ort teil. Insgesamt waren an die 20 Bürgerinnen und Bürger, die an diesem schönen Morgen den deutlich weniger schönen Müll einsammelten.

Freudig zur Kenntnis nahm der Sprecher des Arbeitskreises, Guido Wirtz, dass auch die beiden Stadtverordneten Dr. Edgar Pasderski und Sven Schmitz fleißig in die Hände spuckten und anpackten, und das geschlagene zweieinhalb Stunden lang. In zwei Gruppen machten sie sich, ausstaffiert mit blauem Müllsack und langen Zangen – nach Ortsteilen getrennt – auf den Weg, dem wilden Müll in den Beeten und auf den Bürgersteigen den Garaus zu machen.

Autoreifen und Fernseher

Die Richtung zu den am meisten von Müll geplagten Orten gab Sven Schmitz vor: Stegerstraße sowie Broicher Straße und Endstraße. Großmüll wie Autoreifen oder Fernseher wurde lokalisiert und später von Jörg Dahlenburg zur Sammelstelle am Rande des Dorfplatzes transportiert. Entsorgt wurde der eingesammelte Müll von der KDW – Kommunale Dienstleistungen Würselen. Bisweilen kamen die Müllsammler aus dem Staunen nicht mehr heraus, was von den „netten“ Mitbürgern an wildem Müll produziert worden war. Wo doch der Wertstoffhof an der Honigmannstraße geradezu vor der Haustüre liegt. Da hatten sie nicht nur einmal allen Grund, verständnislos den Kopf zu schütteln.

Gedankenlos weggeworfene Papierschnitzel brachten ihre Seele weniger zum Kochen als Möbelteile, Eimer, Flaschen, Klobürsten, Kleidungsstücke und vieles mehr. All das war als Fundstück keine Seltenheit. Rund 25 blaue Säcke wurden gefüllt. Lentzens Appell: „Wilder Müll geht auf Kosten der Allgemeinheit. Also Augen auf bei Umweltsündern.“

Am Ende waren sich die Sammler darin einig, dass die Aktion spätestens im nächsten Jahr eine Neuauflage erleben sollte. Stolz durften sie darauf sein, durch den Frühjahrsputz 2015 ein Zeichen gesetzt zu haben gegen Ignoranz der Umwelt gegenüber.

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