Liese-Lotte Lübke tritt mit Pianopoesie im soziokulturellen Zentrum Klösterchen auf

Von: nt
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Auf charmante und provokante Art begeisterte Liese-Lotte Lübke ihr Publikum bei ihrem Kabarettprogramm und philosophierte über den Weg zu einem glücklichen Leben. Foto: Nadine Tocay

Herzogenrath. Frech und direkt hat sich Liese-Lotte Lübke am Samstagabend im soziokulturellen Zentrum Klösterchen bei ihrem aktuellen Bühnenprogramm „Kopf in den Sand“ mit der Gesellschaft und den Träumen ihrer Zuschauer auseinandergesetzt. Mit Poetry Slam und Pianopoesie, wie sie es selbst nannte, philosophierte die junge Frau über das Leben.

„Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen“, versicherte die ehemalige Waldorfschülerin mit einem Augenzwinkern. Sie sprach mit dem Titel all jene Menschen an, die unzufrieden mit ihrem Leben sind, aber dennoch nichts daran ändern. Und dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

In ihren Liedern rechnete sie mit der Tyrannei durch spießige Chefs, Menschen, die ihren Job hassen, aber nicht kündigen, und jenen, welche ihre schlechte Laune an anderen auslassen, ab. Sie riet: „Einfach mal hinschmeißen und schreien!“ Das werfe Leute aus dem Konzept, war sie sich sicher. Und damit die Zuschauer das auch für ihren Alltag lernten, wurde das Schreien wären eines interaktiven Liedes fleißig geübt. Und tatsächlich: Nach anfänglichen Hemmungen grölte das Publikum aus vollem Hals mit.

Drei Tugenden

Doch auch persönlichere Themen sprach die selbstständige Hundefriseurin an. „Was würdet ihr tun, wenn ihr wolltet, wie ihr könntet?“, fragte sie die Zuschauer und verabschiedete sich für eine kurze Besinnung in die Pause. Viele auf Zetteln anonym verfasste Antworten las sie im Anschluss unkommentiert vor. „Mehr Reisen, den Job kündigen, das Leben mehr lieben“, und „sich selbst verwirklichen“, waren Antworten auf ihre Frage. „Anstatt was zu ändern, passen wir aus Angst vor uns selbst immer weiter ins Bild“, sang Lübke danach mit zarter Stimme auf provokante Art, und brachte ihre Zuschauer zum Nachdenken. Für Veränderung sei es nie zu spät, unterstrich sie. „Das Leben ist, was wir daraus machen. Es ist so schnell vorbei“, konkludierte sie.

Und nach diesem Resümee war auch der Abend schon fast vorbei. Abschließend gab sie den Zuschauern einen Leitfaden mit auf den Weg: „Leben Sie nach drei Tugenden: Rücksichtnahme, Menschlichkeit und Unvernunft!“ Das sei das Rezept für ein glückliches Leben.

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