„Lieder zur Nacht” in intensiven Farben

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
„Lieder zur Nacht”: Annett K
„Lieder zur Nacht”: Annett Kuhr ließ ihre Zuhörer in der Straßer Pfarrkirche St. Josef aufhorchen. Foto: C. Hahn

Herzogenrath. Kunst, Gottesdienst, das Reden von dieser Welt und die Sehnsucht nach den höheren Dingen: Das alles und noch mehr fand zusammen in der Feier, die die Aktiven der Pfarre St. Josef im Herzogenrather Stadtteil Straß aufgezogen hatten.

Immer wieder unterbrochen von einer Mahlzeit, für die die Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins „Tellerrand” gesorgt hatten, trug in dem neugotischen Gotteshaus der Gemeinde die Chansonette Annett Kuhr aus Rottweil ihre „Lieder zur Nacht” vor.

Ein spannungsreiches Gewebe war es, das Miteinander der nachdenklich, besinnlich gestimmten Lieder der Schwäbin und der in den Pausen eingestreuten Meditationen von Pastoralreferent Wilfried Hammers.

Dass Jesus sich im Liebesmahl seiner Jünger selber auftischt - auf diesen Gedanken wären selbst eingefleischte Christen wohl nicht ganz so schnell gekommen.

Die Frau, die mit ihrer Gitarre vor dem Altar von St. Josef Platz genommen hatte, konnte und wollte nicht mit diesen Texten konkurrieren. Annett Kuhr setzte eine intensive Farbigkeit ein, eine Intensität, die nicht laut schreit und dabei dennoch in vielen Farben des aus den Saiten gezupften Klanges herausschillerte.

Derweil Annett Kuhr mit Liedern von Liebe, Tod und dem Hunger nach gutem Leben das Leben in seiner ganzen Länge und Breite ausmaß, entfaltete sich eine in Kirchenräumen eher unbekannte Szenerie. An den Stufen zum Altar waren lange Tische platziert, an denen Menschen jeglichen Alters saßen. Sowohl Annett Kuhrs Lieder als auch Wilfried Hammers Meditationen und die gemeinsame Begegnung sorgten für Anstöße zum Gespräch.

Sobald aber Annett Kuhr ihre Stimme erhob, kehrte in der langen Reihe der Tische Ruhe ein. Denn sowohl den Worten als auch der Musik haftet etwas Zerbrechliches an, gerade wenn es um so schwierige Themen wie Demenz geht.

Dieses fragile Moment forderte wache, sensible Zuhörer. Kurzum: Mit diesem Gastspiel haben sich die Straßer zum 100-jährigen Bestehen ihrer Pfarre das schönste Geschenk selber gemacht.
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